
Kürzlich stolperten mir zwei Chassispaare in Form von W200S und W100S, jeweils von Visaton, in die Regale. Obwohl ich bekanntlich kein großer Fan der Produkte aus Haan bin, konnte ich angesichts des extrem günstigen Preises für die fast neuen Chassis nicht widerstehen. Eine überschlägige Simulation mit dem hauseigenen Boxsim stellte unter Beteiligung des noch recht neu im Portfolio befindlichen Hochtöners G25NDWG eine durchaus interessante Kompaktbox in Aussicht. Zufällig wurden die Kalotten zeitgleich bei einem bekannten Händler zu einem recht günstigen Kurs angeboten, so dass ich auch dort zugeschlagen habe. In welcher Anordnung aber werden die Chassis letztlich auf der Schallwand angeordnet…?
11 Kommentare
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Eindeutig die Anordnung auf der rechten Seite! Hochtöner oben und Mitteltöner darunter ist halt der Standard, wie man ihn schon zigtausend mal gesehen hat 😉 Insgesamt finde ich die Optik sehr gelungen!
Die klassische Anordnung HT-MT-TT ist für meinen Geschmack deutlich stimmiger.
Dieser Retro-Style ist ja z.Zt. wieder ziemlich angesagt, und gefällt mir auch gut.
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Die Überschrift hat eher rhetorischen Charakter und sollte nicht als Frage verstanden werden. Zu 99% wird es die TT-HT-MT Anordnung, da diese deutliche Vorteile hinsichtlich des Abstrahlverhaltens mitbringt.
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Die Überschrift hat eher rhetorischen Charakter und sollte nicht als Frage verstanden werden. Zu 99% wird es die TT-HT-MT Anordnung, da diese deutliche Vorteile hinsichtlich des Abstrahlverhaltens mitbringt. Bist du der „Anton“, der auch bei HSB schreibt?
Ich lese zwar manchmal auf der HSB-Seite, aber Kommentare habe ich dort keine abgegeben.
Muss dann jemand anderer sein, bin dort kein Abonnent.
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Alles klar, hätte ja sein können…
Ich bin gespannt auf den Entwicklungsbericht. Intuitiv hätte ich nicht erwartet, dass die Anordnung auf der rechten Seite besser abstrahlt.
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Das liegt daran, dass die Einbauposition nah an der Oberkante für geringere Störungen durch Kantendiffraktion sorgt als die Position „darunter“. Die Störung liegt im Bereich von etwa 2kHz. Würde man in diesem Bereich den Mitteltöner positionieren, fiele die Störung genau in dessen Arbeitsbereich. Bringt man stattdessen den Hochtöner auf diese Position, kann man die Störung durch geschickte Wahl der Trennfrequenz umgehen bzw. stark abmildern.
Hach, so ein Dilemma,
gerade war ich sicher dass es mal wieder ein klassischer Dreiweger wird und dachte ihn mit der Vis-a-vis gefunden zu haben, da taucht die „Isan“ mit 2 von 3 deiner verwendeten Chassis auf.
Gibt es deinerseits vielleicht eine kurze Einschätzung zu den unterschieden beider Lautsprecher?
Kein besser-schlechter, sondern eher in technischer Richtung.
Vielen Dank und beste Grüße, Tom.
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Hallo Tom,
die beiden Lautsprecher sind nur auf den ersten Blick sehr ähnlich. Technisch unterscheiden sie sich schon stärker, und mit dem Hochtöner ist auch nur eines der verwendeten Chassis identisch. Kommt bei der Isan der W200S/8 zum Einsatz, ist es in der VIS à VIS die 4 Ohm Version. Diese kommt, bedingt durch ihren etwas günstigeren TSP Satz auch in kleineren Gehäusen klar. Im Fall der VIS à VIS sind es nur rund 20 Liter, mit denen sich der TT begnügt. Darin spielt er, mithilfe eines HPC, sauber bis in die 40 Hz Region und zwar ohne Überhöhung (Ripple) im Bassbereich. Auch hier gibt es wieder einen Unterschied, denn der W200S/8 spielt in der Isan auf ein BR Volumen, welches aber nach der Lehre zu klein für das Chassis ist. Das kann man durchaus so machen, aber es resultiert eine Überhöhung im Oberbass (Ripple) bei verringertem Tiefgang. Menschen, die eine eigentlich zu starke Basswiedergabe mögen, oder deren Hörräume eine ausreichende Basswiedergabe vereiteln, kann das aber gefallen. Sehr gut ersichtlich ist die eigentlich zu kräftige Bassabstimmung in der aktuellen Ausgabe der K+T (Heft 01/26). Bei wandnaher Austellung, oder gar in Raumecken kann das zuviel sein. Hier verzeiht die Bassabstimmung der VIS à VIS ohne Überhöhung solche Unzulänglichkeiten bei der Aufstellung. Den größten Unterschied bilden die verwendeten Mitteltöner. So spielt in der Isan eine sehr gute und auch teure Mitteltonkalotte. Damit diese sich innerhalb des Konzepts vom Bündelungsverhalten passend zu den begleitenden Chassis verhält, hat der Entwickler (hallo Ralf) der Mitteltonkalotte einen Waveguide spendiert. Das ist eine sehr gute Idee, welche dazu beiträgt, dass sich das Abstrahlverhalten der Isan auch unter Winkeln keine Schnitzer erlaubt. Bei der VIS à VIS übernimmt ein preiswerterer W100S den Mitteltonpart. Dieser passt innerhalb dieses Konzepts ebenfalls sehr gut zu seinen Kollegen. Auch hier stimmt das Abstrahlverhalten. In dieser Disziplin sehe ich aber einen leichten Vorteil bei der VIS à VIS, denn durch ihre zentrisch auf der Schallwand montierten Chassis stellt sich sowohl nach links als auch nach rechts ein identisches Abstrahlverhalten ein. Bei aussermittig angeordneten Chassis gibt es immer eine Schokoladenseite.
So, ich habe mich bemüht, eine möglichst wertfreie Beschreibung der Unterschiede aufzuzeichnen. Nun hast du die Wahl… 🙂
Viele Grüße Alex
Das war schnell (und umfangreich),
vielen Dank für deinen Vergleich!
Die unterschiedlichen Impedanzversionen der TT habe ich glatt übersehen.
Ich denke dann bleibt es bei meiner vorherigen Tendenz… 😉