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Fianco

Fianco ist italienisch und steht übersetzt für Flanke. Flankieren, genau das können die kleinen Kuben in Verbindung mit mit der soeben veröffentlichten  Focus und den Italian Stallion im Rahmen eines Heimkino Setups tun. Aber nicht nur das, die Fianco ist auch ein hervorragender PC- oder Monitor Lautsprecher, der mit seinem früh und sanft abfallenden Bassbereich exakt die Bedingung erfüllt, um auf der Tischplatte keinen überzogenen Bass zu produzieren. Um hier Missverständnissen vorzubeugen sei angemerkt, dass die Fianco nicht bassarm ist. Lediglich die letzte Oktave in den Basskeller kann sie mit ihrem gerade einmal 6 Liter kleinen Volumen nicht mehr stemmen. So eignet sie sich auch wunderbar für eine Aufstellung direkt an einer Wand.

Her(t)zstück der Konstruktion ist der bereits in der Focus eingesetzte Koax 5.5 C 1.5 CP des italienischen Herstellers Sica.

Sica 5.5 C 1.5 CP

 

Das kleine Prachtstück ist zwar von seinem TSP Satz nicht ganz so kräftig aufgestellt wie sein ohne Hochtöner werkelnder Bruder 5.5 H 1.5 CP , aber für eine sehr ordentliche Performance im gewünschten Rahmen reicht es allemal.

TSP Sica 5.5 C 1.5 CP

 

Die TSP Schwankungen sind sehr gering und führen zu quasi identischen Abstimmungen.  Optimal arbeitet das Chassis in 8 Litern. Um das Gehäuse aber tauglicher für den genannten Einsatz zu machen, bekam der Koax 6 Liter Luft auf den Rücken geschnallt. Die Performance fällt nur minimal zurück. In der Praxis dürfte das keine nennenswerten Auswirkungen mit sich bringen.

Sica 5.5 C 1.5 CP in 6 Litern vs. 8 Litern

 

Die Messung des unbeschalteten Tiefmitteltöners offenbart eine Besonderheit, die das kubische Gehäuse mit sich bringt. Zeigt sich der Effekt des Baffle Step in einem rechteckigen Gehäuse eher in einem allmählich ansteigenden Verlauf, verhält es sich durch die identische Kantenentfernung  zu allen Seiten hier in der Tat quasi als Stufe.

Fianco TMT unbeschaltet

 

Dieser Effekt wird bei der Beschaltung etwas mehr Aufwand erfordern. Die Messung des unbeschalteten Hochtöners zeigt eine sehr große Ähnlichkeit mit seiner Messung im Gehäuse der Focus.

Fianco HT unbeschaltet

 

Die den Hochtöner umrahmende Membran des Tiefmitteltöners ist hier für den Verlauf maßgeblich entscheidend.

Fianco Simulation 0° – 90°

 

Nach einigen Versuchen war schließlich eine Beschaltung gefunden, die, wie bereits bei der Focus, nicht zu einem Abstrahlwunder führt, wohl aber zu einem für einen Koax sehr guten Ergebnis. Nur wenige Koaxialchassis verhalten sich so gutmütig.

Fianco gefensterte Messung 0° – 90°

 

Die Übereinstimmung mit der Simulation ist, wie immer bei sorgfältiger Aufbereitung und Einspeisung der Messdateien, sehr hoch.

Fianco gefensterte Messung 0° + Zweige

 

Die Trennung erfolgt bei etwa 2,6 kHz mit einem Schnittpunkt der Flanken 6dB unterhalb der Summenkurve. Dies attestiert eine korrekte Phasenlage.

Fianco Messung 0° incl. Nahfeld und Portanteil sowie Impedanzverlauf (Freifeldbedingungen)

 

Um das Gehäuse der Fianco optisch etwas aufzuhübschen, wurde der Port als Kanal entlang der Rückwand ausgeführt. Sollten die Fianco z. B. als Heights in einem HK Setup eingesetzt werden, kann der Kubus so ausgerichtet werden, dass der Port entweder zu einer Seite oder auch nach unten gerichtet ist. Optisch ist das deutlich attraktiver als der Blick in ein kreisrundes Plastikrohr.

Fianco BR Kanal noch ohne Rückwand

 

Fianco BR Port mit aufgesetzter Rückwand

 

Um möglichst wenig Volumen zu „stehlen“ wurde der Port aus 10 mm starkem Material gefertigt.

Wie bereits erwähnt, erfordert der sehr steile Anstieg des Baffle Steps etwas mehr Aufmerksamkeit bei der Beschaltung.

Fianco Weichenplan

 

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Fianco Bau- und Bedämpfungsplan (vergrößern -> rechte Maustaste -> Grafik anzeigen)

 

Die Weichen- und Baupläne sind für private Nutzung freigegeben. Jegliche Form der gewerblichen Nutzung oder Verbreitung ohne vorherige Absprache ist untersagt und wird strafrechtlich verfolgt.

Wie klingt’s denn nun? Ziemlich erwachsen kann man sagen. Die Fianco klingt weder sehr schlank noch bassarm, wie der Freifeld Frequenzgang vielleicht suggeriert. Klar, sie ist kein Bassmonster, aber selbst bei freier Aufstellung ist der Klang warm und lässt bei den meisten Musikstücken nichts vermissen. Die Messungen erfolgten mit dem 6,8 Ohm Parallelwiderstand im Spannungsteiler. Wer einen Ticken mehr im Hochtonbereich wünscht, wählt den 8,2 Ohm Typen. Der Bass ist also nicht dünn, aber eben nicht sehr tief. Mit einer Wand im Rücken oder einer Tischplatte darunter sieht das nochmal anders aus. Wer etwa 1dB mehr Pagel im Bass, aber dann auch im Grundtonbereich wünscht, ersetzt die 1mH 0,7mm Draht Spule mit 0,85 Ohm im Tiefpass durch eine solche mit 1mm Draht und 0,48 Ohm. Die Räumlichkeit und Ortbarkeit von Instrumenten und Stimmen ist hervorragend. Auch kritische Stimmen meistert die Fianco hervorragend. Klarer Fall von mehr Sein als Schein…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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