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Big Yellow Taxi MK2

BYT MK2 Ausschnitt

Kein geringerer als Frank Kuhl, seines Zeichens Chefentwickler von Monacor in Bremen, trat nach dem guten Abschneiden meiner Big Yellow Taxi beim DIY-Lautsprecher Contest 2013 an mich heran und fragte, ob ich nicht Lust hätte, eine Version meiner Lautsprecher mit der Monacor DT-254 im Waveguide aufzubauen.

Bedingt durch die Tatsache, dass der kleine Vifa-Ringradiator im „Ur-Taxi“ bis an die Grenzen seiner sinnvollen Einsatzfähigkeit betrieben wird, erhoffte ich mir durch den Einsatz der DT-254 eine noch entspanntere Spielweise der Lautsprecher. Zudem hatte ich in letzter Vergangenheit viel Gutes über diese Kalotte gehört, und so stimmte ich Frank Kuhls Vorschlag zu.

Mechanisch waren zum Glück keinerlei Änderungen am Gehäuse nötig, da die DT-254 ebenfalls im WG-300 betrieben werden soll. Am neuen Waveguide musste lediglich die Ausfräsung für den SPH-250KE besorgt werden, und eine neue Weichenabstimmung musste her.

 

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Die Monacor DT-254 baut mit ihrem konventionellen Ferrit Magnetsystem erheblich wuchtiger als die kleine Vifa Kalotte mit ihrem Neodymantrieb. Hatte ich bei dieser noch eine Befestigungsplatte aus MDF gefräst, wird die DT-254 mittels eines passenden, CNC gefrästen Adapters einfach ganz komfortabel auf das WG-300 geschraubt.

Weiteres Ziel der Entwicklung war, die recht komplexe Weichenschaltung der Ur-Version zu vereinfachen. Erneute Messungen und Simulationen liessen vermuten, dass der SPH-250KE sich auch mit einem Tiefpass zweiter Ordnung ganz hervorragend beschalten lässt. Die Praxis zeigt, dass dies nicht nur in der Theorie funktioniert, sondern auch durch eine Messung am lebenden Objekt untermauert werden kann.

 

SPH-250KE

Die Flanke zeigt einen perfekten Abfall mit einer zu erwartenden Trennfrequenz um 1,5 kHz.

Nun galt es, den Hochtöner so zu beschalten, dass sich im Übernahmebereich eine einwandfreie Addition der Chassisanteile einstellt. Um die gewünschte Symmetrie der Flanken sicher zu stellen, stellte sich beim Hochtöner eine Beschaltung mittels eines Hochpasses dritter Ordnung als die ideale Lösung heraus.

 

Zweige

Die Messung zeigt eine perfekte Addition der Schallanteile beider Chassis bei ca. 1,6 kHz. Der Schnittpunkt der Kurven befindet sich exakt 6dB unterhalb der Summenkurve. Die Bestätigung für eine einwandfreie Phasenlage der Chassis zueinander.

 

BYT MK2 Winkel

Winkelmessungen von 0° – 45° zeigen das einwandfreie Abstrahlverhalten der Big Yellow Taxi MK2. Die Lautsprecher weisen quasi CD-Charakter auf.

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Auch der Impedanzverlauf stellt für jeden Verstärker leichte Kost dar.

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Das Klirrverhalten bestätigt den guten Ruf, der der DT-254 voraus eilt. Mit der recht niedrigen Trennfrequenz von 1,6 kHz darf man sich, insbesondere im Hinblick auf die steile Trennung, auf der sicheren Seite wähnen.

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Weiche

Die Frequenzweiche weist keine Besonderheiten auf. Lediglich im Hochtonzweig greift der DT-254 ein recht schwacher Saugkreis unter die Arme. Er wirkt auf ein kleines Tableau zwischen 3,5 und 5,5 kHz. und sorgt für die sehr gute Linearität der Big Yellow Taxi MK2.

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Warenkorb für die BYT MK2 Frequenzweiche bei quint-store.com

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Da im Quint-Store keine Elkos mit dem Wert 820µF angeboten werden, habe ich je einen Elko mit den Werten 560µF und 270µF in den Warenkorb gelegt. Diese werden dann zu 830µF PARALLEL geschaltet. Dieser Wert ist hinreichend genau.

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Wirkung Sperrkreis

Die Grafik zeigt eine frühe Simulation mit noch etwas tieferer Trennfrequenz. Sie soll lediglich die Wirkung des Saugkreises aufzeigen.

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Wirkung GHP

Durch Vorschaltung eines GHP Kondensators in den Signalzweig des SPH-250KE fällt die Basswiedergabe unterhalb von ca. 100 Hz etwas flacher ab, bei noch niedrigerer unterer Grenzfrequenz. Der Kondensator ist optional und kann je nach akustischer Beschaffenheit des Abhörraumes zur besseren Anpassung an diesen führen. Die Grafik entstammt ebenfalls einer frühen Simulation mit tieferer Trennfrequenz. Sie soll lediglich die Wirkung des GHP-Kondensators aufzeigen.

Wie schon bei der Ur-Version wurde auch bei der aktuellen MK2 Version die Frequenzweiche im einspringenden Boden des Gehäuses untergebracht.

 

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Der Aufbau der Frequenzweiche erfolgte, wie bei mir seit jeher üblich, mit Materialen aus meinem Fundus. Die 3,9mH Spule vor dem TMT ist eine 1,4mm Luftspule aus Kerpen. Im Hochtonbereich kommen eine 0,71mm Luftspule als Parallelspule des Hochpasses und eine kleine Kernspule im Saugkreis zum Einsatz. Ausser dem GHP-Kondensator, welcher aus parallel geschalteten Elkos besteht, habe ich die weiteren Kondensatoren allesamt als Folientypen aus der Grabbelkiste gewählt. Die Widerstände sind ebenfalls irgendwo ausgelötete Keramiktypen. Alle Bauteile wurden jedoch auf möglichst geringe Toleranzen für beide Boxen zueinander ausgemessen. Der absolute Bauteilewert war dabei zweitrangig.

Die Lautsprecher sind als Weiterentwicklung der Big Yellow Taxi zu verstehen. Das Gehäuse und sämtliche Ausfräsungen sind absolut identisch, so dass hier der ursprüngliche Bauplan gezeigt wird.

 

Bauplan Contestbox 2013 neu

Die Baupläne sind für private Nutzung freigegeben. Jegliche Form der gewerblichen Nutzung oder Verbreitung ohne vorherige Absprache ist untersagt und wird strafrechtlich verfolgt.

Die gelbe Membran des SPH-250KE lässt sich übrigens mit Edding T100 Nachfülltusche problemlos und ohne Flecken tiefschwarz färben, wie man HIER sehen kann.

Der DIY-HiFi-Forum User Aussie urteilt über seine Big Yellow Taxi MK2ffff

Hallo,
meine BYT sind seit ca. zwei Monaten fertig und gefallen mir richtig gut.
Wie ich finde, klingen sie absolut neutral und langzeittauglich.
Der Bass harmoniert mit meinem Raum hervorragend und geht auch richtig tief. Habe auch den GHP-Kondensator eingebaut.
Oberhalb des Hochtöners habe ich auch noch eine Fase angebracht, hauptsächlich weil es mir so optisch besser gefällt.
Also, großes Lob an Alex für die klasse Boxen.

Black-Devil aus dem HiFi-Forum findet folgende Worte

Eigentlich kann ich´s kurz machen – mein Favorit des ersten Tages!
Genau so sollte ein moderner 2-Weger sein. Souverän dank großer Membranfläche, perfekt angekoppelter HT dank Waveguide, dazu das hervorragend abgestimmte GHP-Gehäuse ergeben einen Klang, an dem man (ich) wirklich nichts mehr auszusetzen hat. Hervorzuheben ist noch die frappierende Räumlichkeit, die so eigentlich immer nur Breitbändern nachgesagt wird. Würde ich mir sofort ins Wohnzimmer stellen. Punkt!

 

HiFi-Forum User Lars_1968 stellt fest

Gespannt war ich natürlich auf das große Taxi. Sie klingt im HT Bereich nachvollziehbarerweise sehr ähnlich wie das kleine Taxi aber der Bass…….ist natürlich eine andere Nummer. Knochentrocken und böse und viel zu groß für meine 18 qm². Wenn ich in den nächsten 12-24 Monaten in eine Wohnung mit einem größeren Wohnzimmer ziehe, wird das mein Lautsprecher!

 

M. Herz schreibt in der Facebook Gruppe „Der Akustische Untergrund“

Nun sind sie fertig, stehen erstmal ohne finish an ihrem Bestimmungsort und ich bereue keine Sekunde der Bauzeit. Ich habe ja schon die LYC und war begeistert…
Ich soll in einem Satz beschreiben wie sie klingen? Ich empfinde es so:
Egal welche der großen Produzenten ich Probe gehört habe (aus mal eben schnell 2 Minuten wurden dann doch 2 Stunden) – sie wollten das es genau so klingt!
DANKE Alexander Gresler
Ich bin begeistert. Genau das richtige für meinen Aufstellungsort und Raum…

 

Der User Vangart schreibt am 24.05.2018 im HiFi Forum

(Anschließend war es endlich soweit. Die Little Yellow Cab durfte auf den Lautsprecherständern Platz nehmen. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass uns das Oberflächenfinish der Box – bestehend aus einem Strukturlack – sehr gut gefiel und einen wertigen Eindruck machte. Jetzt aber Tacheles. Dieser Lautsprecher trägt auf Alex‘ HP den Namen Referenz zu Recht. Die Bezeichnung mag sich beim Hörer während der ersten Minuten nicht erschließen, denn die LYC spielt absolut unauffällig. Erst mit der Zeit kristallisiert sich heraus, dass hier seitens des Lautsprechers nichts hinzugedichtet oder vorenthalten wird. Die Abbildungsleistung ist phänomenal. Instrumente und Sänger können präzise im Raum geortet werden. Dadurch ergibt sich eine exzellente Bühnendarstellung. Die Auflösung und Tiefenstaffelung befinden sich auf dem Niveau einer Abhöre. Gleiches gilt für die Stimmwiedergabe. Dieser Lautsprecher geht als waschechter Monitor durch. Ergo wundert es nicht, dass hier häufig Vergleiche mit ebendiesen gezogen werden – die jedoch ein Vielfaches kosten. Das P/L-Verhältnis ist demnach überragend.)
Big Yellow Taxi MK II betreffend kann man es kurz machen. Man nehme das, was im obigen Absatz steht und würze es mit noch mehr Tiefgang. Wem die Basswiedergabe der LYC nicht weit genug hinab reicht – worüber es sich trefflich streiten ließe – oder die Hörraumdimensionen es schlicht zulassen, findet in der BYT eine entsprechende Abhilfe. Am P/L-Verhältnis ändert sich nämlich nichts.

 

Forenuser erikoser schwärmt nach dem Zusammenbau seiner BYT MK2

Erster Hörtest: Ein Traum. Bin begeistert. Super Klang. Ordentliches (trockenes) Tieftonfundament. Schön differenzierte Spielweise. Werde mehr Hörzeit brauchen um einen ausführlicheren Hörtest abgeben zu können, aber der erste Eindruck ist super!
Bin mit dem Endresultat hochzufrieden. Zeitweise war ich mir nicht sicher ob es gut hinbekommen würde, aber es hat alles geklappt.

 

User 1406rw schwärmt im HiFi Forum

Nun zum Klang:
In den ganzen Bau- und Besuchsberichten hier im Forum wurde glaube ich schon alles gesagt, was es zu sagen gibt. Da ich persönlich nichts mit blumigen und geschwollenen Klangbeschreibungen anfangen kann, versuche ich es einfach zu halten.

Die Höhen klingen denen der Little Yellow Cab sehr ähnlich. Sehr sauber, sehr detailliert und in keinster Weise irgendwie spitz oder zischelnd. Und das unter allen Winkeln. Bei dem gleichen Treiber im gleichen Waveguide mit etwas anderer Trennfrequenz auch kein Wunder. Der Hochtöner war ohnehin der Grund, warum ich die BYT bauen wollte, da mich dieser in der LYC schon so fasziniert hat.

Der Bass ist ein anderes Kaliber! Junge, Junge… da rührt sich was! Ich will nicht sagen, dass die LYC oder die Crazy Again in ca. 35m² Wohnzimmer untergehen würden, aber die BYT schiebt die Luft hier schon nochmal ganz anders durch den Raum. Insgesamt ist der Bass, wie bei der LYC auch, super präzise und staubtrocken, jedoch deutlich voluminöser und tiefer. Was aber nicht weiter verwunderlich ist: die BYT steht mit ihrem 10-Zöller in etwa 66 Litern der LYC mit ihrem 8-Zöller in 17 Litern entgegen und bringt fast die Doppelte Membranfläche mit, als die Crazy Again mit beiden TMT/TT kombiniert. Einfach ein tiefer, trockener und böser Bass.

Alles in allem ein wirklich sehr sehr gelungener Lautsprecher, der wirklich absolut gar nichts vermissen lässt. Bühne, Ortbarkeit, sauberes Abstrahlverhalten, fein auflösender Hochtöner – alles was man sich wünschen kann. Wem der Bass der LYC nicht ausreicht (was ich nur bedingt verstehen kann), der wird mit der BYT glücklich. Die Taxis werden die Crazy Again nicht ablösen. Beide Paare werden weiterhin im Wohnzimmer stehen – nicht umsonst kann man zwischen mehreren Lautsprecherpaaren hin und her schalten.

Vielen Dank und ein großes Lob an Alexander Gresler (aka Donhighend, aka Schon_wieder_weg), der diesen Lautsprecher entwickelt und die Pläne incl. Weichenplan dafür frei zur Verfügung gestellt hat.

 

 

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