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Quintessenz 2.5 (Beitrag zum Tymphany Battle 2014)

qe-2-5

 

Nach dem Battle ist vor dem Battle. Dass das Motto für den bevorstehenden Battle aber so schnell fest stand, liegt in der Tatsache begründet, dass Nico Germanos von Quint Audio nicht nur freundlicher Gastgeber und Sponsor des diesjährigen April Battles war. Jedem Teilnehmer gab Nico obendrein noch ein Paar der vorzüglichen Peerless H26TG-35-06 Hochtöner mit auf den Heimweg. Einfach so, als Geschenk…

 

h26tg35

 

Folgerichtig dreht sich beim kommenden Battle, der wieder in den Hallen von Quint Audio in Senden stattfinden darf, alles um diesen exzellenten Hochtöner, der mit seinem vorgesetzten Kurzhorn eine richtige Ansage in Sachen Wirkungsgrad ist.

Die Quintessenz 2.5 versteht sich als eine weitere Gemeinschaftsentwicklung von Thomas B., welcher im DIY-HiFi-Forum unter dem Nicknamen „Gazza“ schreibt, und mir.

Nach einigen Überlegungen stand das Konzept fest. Der H26TG-035-06 soll von 2 wirkungsgradstarken 6,5 Zoll Semi-PA-Chassis in einer schlanken BR-Standbox in 2 1/2-Wege Technik unterstützt werden. Die Auswahl fiel auf den bislang auf dem deutschen DIY-Markt noch nicht erhältlichen Sica 6 F 1.5 CP.

Das Chassis kommt mit einem soliden und modernen Gußkorb daher. Die recht leichte Papiermembran trägt eine glänzende, an einen Phaseplug erinnernde Duscap in ihrer Mitte und wird von einem recht kräftigen Magneten angetrieben.

fff

6-f-1-5-cp-gedreht

 

Sica 6 F 1.5 CP back

 

Angesichts dieses Anblicks mag man kaum glauben, dass dieses Gerät für gut 30,- Euro (in Worten dreissig) unters Volk gestreut wird. Wir haben bei Abnahme von 4 Stück je siebenundzwanzignochwas gezahlt. Inzwischen wurde der Preis leicht nach oben korrigiert.

Eine Polkernbohrung gibt es zwar nicht, aber dafür sorgt der moderne Korb mit seinen schmalen Stegen und der hinterlüfteten Zentrierspinne für genügend Durchzug im Antriebssystem.

Die Hersteller TSP sind sehr praxiskonform. Die nur durchschnittlich tiefe Resonanzfrequenz von 60 Hz stellt in Verbindung mit dem für BR-Anwendung nahezu perfekten Qts und dem kleinen Vas eine untere Grenzfrequenz von etwa 50 Hz in Aussicht. Eine saubere und knackige Basswiedergabe sollte das Resultat sein.

6 F 1.5 CP TSP

 

Wir schneiderten jedem Chassis ein Gehäusevolumen von rund 18 Litern auf den Korb. Die Simulation in AJHorn verspricht Tiefgang bis in Regionen unterhalb von 50 Hz. Genau so hatten wir uns die Abstimung der Quintessenz 2.5 vorgestellt.

 

6 F 1.5 CP in 18 Litern BR

 

Im nächsten Schritt wurden die Einzelfrequenzgänge sämtlicher Chassis an ihren finalen Positionen im Gehäuse gemessen.

 

HT auf AchseH26TG-35-06

 

TMT naheferngefügt6 F 1.5 CP (Tiefmitteltöner)

 

TT naheferngefügt6 F 1.5 CP (Tieftöner)

 

Die korrekt aufbereiteten Messdaten wurden alsdann in das Simulationstool Boxsim eingepflegt. Somit stand der Konstruktion der virtuellen Frequenzweiche nichts mehr im Wege.

Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.

Finale Simu

 

Wie eine erste Messung auf Achse zeigt, stimmen Simulation und Realität erwartungsgemäß sehr gut überein.

FG Final 24.11.2015Messung auf Achse 1 Meter Abstand

 

FG und ZweigeMessung auf Achse incl. Einzelzweige und Impedanz

 

Die Anordnung des Hochtöners auf der Frontplatte wurde in vielen Simulationen und diversen Versuchsaufbauten so lange optimiert, bis eine Position gefunden werden konnte, an dem sich in beide Messrichtungen unter Winkeln ein günstiges Abstrahlverhalten einstellt. Bei mittiger Anordnung auf der Frontwand war dies nicht in einer solch konstanten Weise erreichbar.

FG unter Winkel kurzFrequenzgang 0° – 45° über kurze Seite gemessen

 

FG unter Winkel langFrequenzgang 0° – 45° über lange Seite gemessen

 

Die Weiche ist zwar nicht ganz trivial, aber, besonders in Anbetracht des hervorragenden Ergebnisses, vom Aufwand durchaus vertretbar.

 

Weiche mit SpulenangabenWeichenschaltung Quintessenz 2.5

 

Die empfohlenen Jantzen Spulen können natürlich durch gleichwertige Produkte anderer Hersteller ersetzt werden. Dabei ist zu beachten, dass die Widerstandswerte der Spulen nicht zu stark abweichen.

 

Bauplan Quintessenz 2.5Bau- und Bedämpfungsplan

 

Inzwischen gibt es bereits erste Stimmen zur Quintessenz 2.5

 

DIY-HiFi-Forenuser Oldie schrieb:

ffff

Als nächstes hatten wir unser dynamisches Duo Gazza (Tom) und Alex (G.) mit der Quintessenz. Eher unkonventionell klassisch konzeptioniert. Auch 2 1/2 Wege, auch zwei 6,5 Zöller, auch Bassreflex, aber in zweimal 18 Liter. Der Sica 6 F 1.5 CP ist in Deutschland nicht so leicht zu bekommen, was schade ist , da ein sehr wertiges Chassis und bei 60 Hz Fs des Selbigen in kleinen Gehäusen doch schon erstaunlicher Tiefgang erzeugt werden kann… …Beide Hochtöner nach innen verbesserte sich die Darstellung für den kurzen Hörabstand und ein klar strukturiertes Klangbild mit gleichen Pegelverhältnissen Links Mitte Rechts stellte sich ein. Wahrlich ein Gedicht, feinst selektiert, tonal exakt und mit erstaunlichen Reserven. Lediglich im Grundton war’s mir persönlich ein wenig zu dick, aber in einem grösserem Raum mit mehr Hörabstand funktioniert das dann wieder. Alex und Tom, da habt ihr wieder was schönes gestrickt.
Gerade der Hochton verschluckte kein Detail, ohne Sibilanten oder Formanten zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Die Auflösung war sehr sehr fein und informativ. Der Präsenzbereich war auch nicht überzogen oder nervig, lag wohl an der geschickt gewählten Trennfrequenz bei 2,5 kHz. Die mag der Ht wohl am liebsten?

 

Black-Devil, ebenfalls aus dem DIY-HiFi-Forum und dem HiFi-Forum, meint:

ffff

Von den Battle-Boxen war mein persönlicher Favorit die Quintessenz. Die Sica-TMT passten sowohl klanglich als auch preislich hervorragend zum HT. Wer auf ganz bösen Tiefbass verzichten kann, bekommt hier eine richtig tolle Box für kleines Geld. Die Sicas sollte unbedingt ein Shop mal ins Programm nehmen.

Diese Box war schon beim Tymphany-Battle mein Liebling und auch dieses mal gab es nichts zu meckern. Durch den ganz leicht fallenden Frequenzgang wird der LS niemals aufdringlich und man möchte sich von ihm stundenlang berieseln lassen. Die Sicas machen einen tollen Job, genug Tiefgang und doch schön knackig. Dazu ein sauberer Mittelton und bruchloser Übergang zum feinen Hochtöner. Trotz messtechnischer Vorteile mit außen liegenden Hochtönern, ist die Räumlichkeit doch mit nach innen gerichteten HT deutlich ausgeprägter – ein Tipp von Nico Germanos (Quint-Audio) beim Battle damals.

 

HiFi-Forum User Gruushk urteilt:

 

Gestern habe ich die Lautsprecher dann an den Verstärker gehängt und getestet. Nach gut einem Monat von Planung über Bau bis zur Fertigstellung war die Spannung natürlich imens hoch! Gerade die Frequenzweiche habe ich gefühlt 1000 mal auf die Richtigkeit überprüft. Naja dann kam der große Moment, und was soll ich sagen… ICH HAB DAS GRINSEN NICHT MEHR AUS DEM GESICHT BEKOMMEN!!!  Als säße John Mayer mit im Wohnzimmer, und als würde Pink Floyd ein PrivatKonzert geben! Ich bin super begeistert von dem wunderbar ausgewogenen Klang, glasklaren Höhen und dem satten Bass ohne jedes Dröhnen!! Egal wie stark man aufdreht, ob laut oder leise, immer ist der Klang einfach super geil!!! Ich bin überaus zufrieden!

 

HiFi-Forum User Tscheiti schwärmt

 

Meine ersten Höreindrücke…

…nach ein paar Stunden hören am ersten Tag ( <– und das sagt ja wohl schon einiges aus!! )…

…also ich bin wirklich beeindruckt! Ich bin kein HiFi Profi, und meine Erfahrungen eher gering. Doch trotzdem:

Als erste Assoziation würde ich den Klang als sehr, sehr sauber bezeichnen. Sehr klar und super auflösend! Ich habe heute mit ein paar anderen LS herumgespielt, um ein bisschen zu vergleichen. Und nun kann ich gut nachvollziehen was es bedeutet „der Klang klebt an den LS“. Klar, die Vergleichsboxen sind keine wirklichen Referenzen, doch der Unterschied doch wirklich gewaltig!

Bei den QE klebt garnix! Immer wieder hat es mir ein Lächeln entlockt! Wirklich schön, was die Lautsprecher wiedergeben!
Ich finde den Sweet Spot auch nicht zu klein – eher eine Sweet Area, das kommt mir sehr entgegen, weil ich beim Musik hören nicht nur statisch dasitze.

Gerade eben habe ich mir Instrumental-Nummern von so alten Haudegen wie Alan Hawkshaw oder Keith Mansfield angehört… wirklich fein wie die Instrumente wiedergegeben werden! Das tönt ganz ordentlich, aber nicht nervig aufgeregt sondern nur dann fordernd wenn es die Musiker wohl so wollten. Also wirklich fein! Generell habe ich heute vor allem „traditionelle“ Musik gehört, viele Alben die ich schon länger nicht im Player hatte. Blues, alter Funk und ein bisschen jazzigere Sachen und es war wirklich fein!

Was mir auch aufgefallen ist, ist dass schlechte Aufnahmen ziemlich schonungslos aufgedeckt werden.

Morgen werde mich ein bisschen mehr den elektronischen Klängen widmen – mal sehen ob der LS auch ein bisschen „dreckig“ kann.

Ach ja, ich habe den LS heute einem Freund – seines Zeichens Jazzmusiker und mit durchaus gutem Gehör ausgestattet – vorgespielt. Sein Statement war „beeindruckendes Volumen und Klarheit“ der LS.

Also kurzum – großes Lob und noch mehr Respekt an Alex. Das ist wirklich eine tolle Entwicklung 
Und cool dass ihr DAU’ler das alles so idealistisch zur Verfügung stellt!!

Wenn ich denke, was ich um die Kohle im Handel bekommen hätte… ein guter Deal!

Danke auch an alle die meine Fragen beantwortet haben und Tipps bezüglich Bau und Design gegeben haben! Und an den Multifruchtcrosser Toby dafür dass er mir den Anstoß Richtung Selbstbau gegeben hat.

 

Inzwischen ist der Sica 6F1.5CP in mindestens zwei deutschen Shops erhältlich.

 

2 Kommentare

  1. Dietmar Porschen

    Hi Alex und Tom,

    Eure Quintessenz würde ich mir auch gerne mal anhören. Können wir mal eine Hörsession vereinbaren?
    Komme gerne vorbei.

    Herzliche Grüße
    aus Köln

    Dietmar

  2. admin

    Hallo Dietmar,

    die „Quintessenz 2.5“ stehen bei Gazza in Siegen. Ich bin sicher, da lässt sich was einrichten.

    LG Alex

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