↑ Zurück zu Eigene Entwicklungen

Kid Rock (CT 276)

Kid Rock

 

“Halloween. Unendliche Partywelten. Wir schreiben das Jahr 2014. Dies ist die Geschichte des Lautsprechers „Kid Rock“, der mit seiner preiswerten Bestückung dazu bestimmt ist, fremde Monster und Gestalten zu beschallen, während einer wilden Party. Viele Lichtjahre von teuren Lautsprechern entfernt dringt die „Kid Rock“ in Gehörgänge vor, die bislang von unsäglichen Lautsprechern gequält wurden.“

Es dürfte allgemein bekannt sein, dass neben hochwertigen Entwicklungen auch einfache Konstruktionen mit sehr preiswerten Chassis mein Interesse bei der Lautsprecherentwicklung finden. Nun war es wieder so weit. Der Geburtstag eines jungen Mannes und die damit verbundene Halloween-Party standen ins Haus. Diese quasi traditionell im jährlichen Rhythmus wiederkehrende Veranstaltung wurde in der Vergangenheit stets durch abenteuerlich anmutende Ensembles beschallt. Dazu gehörten z.B. Handys als Quellen, deren schwache elektrische Signale mittels eines Gitarrenverstärkers und dessen eingebauten Breitbänders auf hochverzerrte Pegel gebracht wurden. Ein Debakel, welches ich mir nicht länger mit anhören wollte…

So habe ich mir Gedanken gemacht, wie mit möglichst geringem finanziellen Aufwand ein Lautsprecherpaar zu realisieren wäre, welches dennoch vertretbaren Klang zu produzieren in der Lage ist. Recht klein sollten die Boxen werden, so dass sie nicht viel Platz benötigen. Und zwar sowohl während ihres seltenen Einsatzes, als auch in den Zeiten, in denen sie ruhen. Da die Lautsprecher eher selten benutzt werden, schliesst sich eine teure Bestückung aus. Es wäre einfach schade, wenn teure Chassis die meiste Zeit ihres Daseins in der Abstellkammer verbrächten.

Aus einem Kontakt zu Monacor-Entwickler Frank Kuhl hatte ich noch ein Paar preiswerter 13er Breitbänder vom Typ SP-272/8.

 

SP-272

 

Diese recht einfachen Chassis weisen einen ziemlich hügeligen Frequenzgang auf, welcher sich mit einigen preiswerten Kunstgriffen zu einer durchaus ansehnlichen Kurve verbiegen lässt.

SP-272 unbeschaltetSP-272/8 unbeschaltet

 

Mit einigen Bauteilen beschaltet wird aus dem obigen Gebirgspanorama eine absolut brauchbare Frequenzkurve.

SP-272 beschaltetSP-272/8 beschaltet

 

Jetzt fehlt nur noch der passende Tieftonpartner. Ebenso preiswert sollte er sein und von einer Größe, die auch mal einen beherzten Dreh am Lautstärkesteller verträgt. Die Frage nach einem geeigneten Chassis war schnell beantwortet. Hatte ich doch vor ein paar Wochen aus dem Abverkauf eines Car-HiFi-Shops ein Paar Monacor SP-202C zum Preis einer Kiste Bier erwerben können.

 

SP-202C

 

Ich weiss, das Teil ist hässlich. So what! Für ne Halloween-Box???? Und wen’s stört, der greift beherzt zu Edding Nachfülltusche und pinselt Sicke und Duscap damit ein, wie ich es bereits mit der PM meiner MINIMO getan habe.

Der Frequenzgang des preiswerten Tieftöners ist eher unspektakulär. Er läuft recht glatt bis etwa 1300 Hz und neigt darüber zu ordentlichen Resonanzen. Steil gefiltert passt das gut zum bereits hin gedengelten Frequenzgang des Breitis, der sich um 1000 Hz nach unten hin verabschiedet.

 

SP-202C unbeschaltetSP-202C unbeschaltet

 

Eine 18dB Filterung nebst Impedanzlinearisierung verhilft dem Chassis zu einem hinreichend glatten Frequenzverlauf mit gewünschtem Abschied unterhalb von 1000 Hz.

SP-202C beschaltet SP-202C beschaltet

 

Natürlich geht das glatter. Aber wofür? Der kleine Einbruch bei 400 Hz wird sich nicht wirklich negativ bemerkbar machen, und überhaupt war es nicht das Ziel, einen ultralinearen Lautsprecher aufzubauen. Auch liegt die Trennfrequenz für ein F.A.S.T. System recht hoch. Diese hat sich schlicht aus den Versuchen ergeben, die Chassis mit möglichst wenig Aufwand zu filtern. Ausserdem sollte sie nicht unerheblich zur Lebensdauer des SP-272/8 beitragen, der auf diese Weise deutlich weniger ackern muss, als bei einer niedrigeren Trennfrequenz.

Der zunächst simulierte Gesamtfrequenzgang ist im entscheidenden Bereich in Anbetracht der sehr preiswürdigen Chassis als sehr glatt zu bezeichnen. Die schmalbandige Senke bei 9,5 kHz dürfte eher nicht als störend empfunden werden, und der ansteigende Bereich oberhalb von 10 kHz sorgt dafür, dass auch ausser Winkel noch etwas Hochtonenergie ankommt.

 

FG finale SimuGesamtfrequenzgang Boxsim

 

Als nächsten Schritt galt es die Weiche aufzubauen und die Simulation durch Messungen zu verifizieren.

Frequenzgang AchseFrequenzverlauf auf Achse

 

Die Messung stimmt recht gut mit der Simulation überein. Die Schaltung entspricht zu 100% der simulierten Weiche.

 

Frequenzgang 0° - 30°Frequenzverlauf 0° – 30°

 

Bis zu einem Winkel von 15° ist der Frequenzverlauf ausreichend linear. Unter größeren Winkeln weitet er sich ein wenig auf. Ein Tribut an die hohe Trennfrequenz. Allerdings fällt, wie bei einem recht großen Breitbänder nicht anders zu erwarten, der Hochtonbereich unter größeren Winkeln ebenfalls ab. Im Partybetrieb spielt das keine nennenswerte Rolle. Zum Musik hören winkelt man die Boxen entsprechend ein.

 

Klirr85Klirr @ 85dB

 

Klirr90Klirr @ 90dB

 

Auch im Klirrverhalten gibt es keine augenscheinlichen Auffälligkeiten. Gemessen am finanziellen Einsatz für das Chassismaterial ist das mehr als akzeptabel.

 

ImpedanzgangImpedanzverlauf

 

Der Impedanzverlauf weist die Kid Rock als 4 Ohm Lautsprecher aus. Lediglich bei etwa 5,5 kHz fällt die Impedanz in einem schmalen Bereich knapp unter 4 Ohm. Jeder anständige Verstärker sollte die Kid Rock problemlos antreiben können.

 

WeicheWeichenschaltung

 

Die Frequenzweiche ist recht einfach gehalten. Es handelt sich um schlichte 18dB Filter für beide Chassis. Dem SP-202C verhilft eine Impedanzlinearisierung zu besseren Manieren rund um die Trennfrequenz. Der kleine Saugkreis ist so dimensioniert, dass seine Wechselwirkung mit der Impedanz die Überhöhung des SP-272/8 bei etwa 4 kHz egalisiert und gleichzeitig die darauf folgende Senke auffüllt.

Warenkorb für die Kid Rock bei ehighend.de

 

Die Kid Rock ist ein Lautsprecher, der in erster Linie für kleinere Partys und / oder junge Menschen konstruiert und abgestimmt wurde. Der CB-Bass reicht bis knapp 50 Hz. Das ist nicht ultratief, aber dafür ist er knackig und recht trocken. Der Mitteltonbereich ist stimmig, wie es der Frequenzschrieb auch vermuten lässt. Natürlich ist die Kid Rock nicht als hoch auflösender High End Lautsprecher zu verstehen, sondern als klangstarke Partybox mit HiFi Manieren.

 

BauplanBauplan

 

Die Lautsprecher bauen eine schöne und glaubhafte Bühne auf. Die Ortung einzelner Instrumente gelingt mühelos. Kurzum, ein Lautsprecher der Spaß macht.

Test der Kid Rock HIER kostenlos lesen!!!

 

Nachfolgend einige Höreindrücke zur Kid Rock.

 

Klang + Ton schrieb

ffff

Der 50 Euro Kracher

…im Gesamteindruck ist Kid Rock ein durch und durch ausgewogener und angenehmer Lautsprecher, mit dem man gleichermaßen schwelgen wie feiern kann. Der leicht betonte Oberbass sorgt für ein solides Bassfundament, während der Breitbänder nach oben hinaus mit seiner gleichmäßigen Abstrahlung gar nicht so sehr nach Breitbänder klingt, sondern durchaus audiophile Qualitäten in Sachen Präzision und Klangtreue in die Waagschale wirft. Erst bei deutlich gehobener Party-Lautstärke kommt ein gewisses Maß an Schärfe hinzu – das ist aber dann durchaus auch Zweck der Übung.

Fazit:

Und wieder ein Volltreffer von Alexander Gresler. Seine „Kid Rock“ – unser CT 276 ist weit mehr als nur eine billige Bumm-Kiste, sondern zeigt, dass mit einem glücklichen Händchen bei der Chassisauswahl und sorgfältiger Abstimmung auch aus der kleinen Brieftasche heraus eine großartige Box entstehen kann. Also: Väter und Söhne, ab in den Bastelkeller!

 

Der DIY-HiFi-Forenuser Matthias.S schrieb

ffff

Wir durften heute beim HSG-Treffen die Kid Rock „in Ohrenschein“ nehmen.

Ein toller Lautsprecher Alex!

Nach einigem Hören hat Alex den angeprochenen Kondensator umgelötet. Damit ist die Mühle der absolute „Burner“. Chassis und Weichenteile zum Taschengeldpreis von Alex zu amtlichem Sound überredet! Das ist nicht nur Partyspaß sondern amtliches Hifi das auch für die Party taugt!

Manomann, wann hört Alex endlich mal auf diese exorbitant guten Entwürfe rauszuhauen?

Chapeau

Ein genialer Lautsprecher, der mit Sicherheit noch für Furore sorgen wird.

 

Ein Kommentar des Users Strahler70 lautet

ffff

Nachdem ich die KidRock heute hören dürfte, kann ich nur sagen: nachbauen!

Der einzige Mangel ist der Name, da er eine derartige Wiedergabequalität nicht erwarten lässt!

Hier bekommt man einen vollausgestatteten VW Golf zum Preis eines Dacia Logan.

Auf jeden Fall sollte man sich die Chassis sichern, ehe sie in Kürze ausverkauft sein werden.

Wer sich die Chassis nicht an die Seite legt, ist selbst Schuld.

 

Der User cspg6 meint zur Kid Rock

ffff

Ich habe Gestern die Kid Rock hören dürfen und was soll ich sagen, sowas hätte ich zu meiner Studentenzeit gebraucht. Das ist ein wirklich guter LS. Bedenkt man dann noch den Materialeinsatz Wie geht das?

 

Zeppi, ebenfalls aus dem DIY-HiFi-Forum sagt

ffff

Ohrenweh bekommen die Kids an Halloween bestimmt nicht. Ein echt schönes FAST – wenn man denn das Aussehen der Chassis mag!

Alex hat mit der Kid Rock mal wieder einen Preis-Leistungsknaller auf die Beine gestellt. O.K. das Aussehen der Chassis muss man mögen, aber sonst … man, man man, Kompliment, tolle Kiste!

 

Hoschibill von Bremen-Audio kommentiert

ffff

Die „Kid Rock“ ist mal wieder ein echter „Alex“, ganz in der Tradition von Sippo und Tricky!. Man nehme preiswertes Material… …und baue daraus einen sehr gut klingenden Lautsprecher. Breitbändertypisch macht die „Kid Rock“ eine präzise gestaffelte Bühne. Tonal ist alles im grünen Bereich. Das Bassfundament der geschlossenen (!) Box ist sehr erwachsen und druckvoll. Pegelreserven sind definitiv vorhanden. Das Ding ist einfach gelungen. Für das, was sie kostet, eine dicke Empfehlung. Gut gemacht, Alex. Beide Daumen hoch!

 

Uliguitar schrieb im DIY-HiFi-Forum

ffff

Ich habe die Kiste beim K+T Hörtest im Dezember gehört.
Wieder eine ‚Alex‘-Box… low cost – high sound. Ich glaube Alex‘ Konstruktionen leben von einer gewissen ‚Stimmigkeit‘, daß der Frequenzgang nicht ultralinear ist verzeiht man der ‚Kid Rock‘ gerne. Das ein LS auch gut klingen kann wenn es messtechnisch nicht perfekt ist → hat man bereits beim CT230 von K+T sehen (oder besser: hören) können. Linealglatte F’gänge und andere Messwerte sagen nichts über die ‚Lebhaftigkeit‘ und ‚Musikalität‘ aus. Deswegen sind die Ohren letztendlich das Maß der Dinge. … und die hat der Alex.

 

Der User P.A.M. aus dem DIY-HiFi-Forum findet

 

Habe sie jetzt mal etwas einspielen lassen, und der Hochton klingt jetzt schon weit weniger nach Pappe.

Mir gefallen sie RICHTIG gut.

Habe mal mit den anderen verfügbaren Boxen einen Vergleich gemacht. Das sind CT230 und BW (Anmk. Billich Willich).

Der Bass kommt so „punchig“ wie bei keiner der anderen zwei. Mitten und Höhen sind wahrlich ausgewogen. Sind auch keine Schönfärber. Machen eine schöne Bühne, alles ist ortbar. Ein Piano kommt wirklich gut mit der Kid-Rock rüber. Bei Vocals gefällt mir manchmal die CT230 besser. Irgendwie geben die so eine life-illusion. Die BW kann natürlich tiefer und klingt irgendwie erwachsener aber auch irgendwie behäbiger.

Jedenfalls ist die Kid-Rock unbedingt nachzubauen. Aus diesen günstigen Chassis so was geniales hervorzubringen muss man mal gehört haben.

 

Black-Devil aus dem HiFi-Forum schrieb

 

Ich hab es ja oben schon mal erwähnt – ich bin kein BB-Freund. Schon gar nicht von relativ großen mit Schwirrkonus. Und wenn sie dann auch noch so affrös aussehen wie der in der auch als CT 276 bekannten Box, dann muss ich mir das eigentlich gar nicht anhören. So was geht doch nicht, oder? ODER??
Mist! Es geht doch. Und wie!
Durch die ungewöhnlich hohe Trennung und gewissenhafte Entzerrung des BB spielt dieser unheimlich ausgewogen und macht sogar einen richtig schönen Hochton. Dazu noch der trocken punchige Bass, der zwar nicht ultratief, aber dafür schön dynamisch auch bei hohen Pegeln spielt, machen aus dem „hässlichen Entlein“ einen klanglich gar schönen Schwan. Eine der Überraschungen für mich und optimal für den Partykeller oder alle, die es auch mal krachen lassen wollen.

 

SNT, ein weiterer Forenuser meint

 

So!

Jetzt hab ich auch ein Paar Kidrocks! Nach dem Kauf bei ebay für schlappe 135€ inkl. Versand wurden die Hochtöner noch richtig an die Weiche angeschlossen ( ich vermute deswegen waren sie so günstig!) und gleich der Verstärker bis zum Anschlag aufgedreht und richtig Bass reingeschoben.

Auch bei extremen Pegeln erstaunlich sauber im Mittel- und Hochtonbereich, es knallt und knackt, macht Spass und nervt nicht. Für ne Party für jüngere Jungendliche genau das richtige. Für den Fitnessraum (8 mal 6 Meter) reichts aber im Bass leider nicht ganz, obwohl nicht extrem laut gehört wird. Da ist man halt mittlerweile zwei 15 Zoller gewohnt – aber egal, das Teil bleibt hier bei meinem Sohn. Im Mittelhochton klingt sie für mich erheblich ausgeglichener als alle günstigen PA Lautsprecherboxen mit einem Bass ähnlicher Fläche. Saubere Leistung Alex!!! Unglaublich was der Treiber hubeln kann…

Der zunächst recht ungewohnte Breiti als Hochtöner sieht meiner Meinung nach richtig gut aus. Mein Wunsch wäre dazu ein preisgünstiger 12 (SPH-302C) oder besser 15 Zöller und von mir aus sogar noch mehr Kick, also auch nicht viel mehr Volumen…dann würde es auch für den Fitnessraum funktionieren.

Vielleicht gibts ja mal einen Nachfolger für Erwachsene? Bitte Bitte… Da bin ich sofort wieder dabei.

 

Zum Entwicklungsthread im DIY-HiFi-Forum geht es HIER

 

2 Kommentare

  1. Tris

    Hallo,

    Möchte mir die Kid Rock gerne nachbauen.
    Die Chassis habe ich schon, jetzt bin ich auf der Suche nach einem Zulieferer der alle Bauteile für die Frequenzweiche liefern kann. Dabei sollte der Preis auch im Verhältnis zu den Chassis stehen, da sind ~15€ für nur einen Kondensator oder eine Spule einfach zu viel..

    Würde mich über Tipps freuen.

  2. admin

    Hallo,

    schön dass Dir die „Kid Rock“ gefällt. Für Bauteile empfehle ich Dir, mal bei der BOXENGASSE in Hamm nachzufragen. Marko ist ein sehr netter und hilfsbereiter Händler. Er hätte übrigens auch die Chassis gehabt. Dann hättest Du nur einmal Porto zahlen müssen…

Kommentare sind deaktiviert.