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Against all Odds (Sieger DIY-Lautsprecher-Contest 2014)

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AaO

Einem geflügelten Wort zufolge war früher alles besser. Das gilt auch für den DIY-Lautsprecher-Contest 2014, für den erstmalig neue Regeln gelten. Werden doch in diesem Jahr passive und aktive Systeme mit DSP und Raumkorrektur in einen großen Topf geworfen. Eine, nicht nur meiner Meinung nach, äusserst unglückliche Entscheidung, die wohl nur die Aktivisten freut. Eine mit wenigen Mausklicks optimierte Aktivbox, für die keine wirklich nennenswerte Erfahrung in der Lautsprecherentwicklung vonnöten ist, ist ebenso langweilig wie sie schnell aufgebaut ist.

Dennoch wagen Mitentwickler Gazza und ich uns in die Höhle des Löwen und stellen uns der Herausforderung. Oder gerade deshalb. Mögen die Chancen noch so klein sein. Unser Beitrag für den Contest heisst deswegen „Against all Odds“, ein passiver 2-Wege Lautsprecher im beliebten Format 17/25 mit hochwertiger Chassisauswahl.

Unsere Idee war, mit hochwertigen und leicht zu beschaltenden Chassis eine schnörkellose Standbox zu realisieren, die sich in der Lage sieht, notwendiges Bassfundament fulminant in den Raum zu transportieren und gleichzeitig mit einem fein auflösenden und wohldosierten Hochtonbereich zu überzeugen weiß.

Der Hochtöner war schnell gefunden. Gazza interessierte sich brennend für eine recht neu am Markt vertretene Hochtonkalotte, die mir zufällig einige Tage zuvor während einer Klang + Ton Hörsession positiv aufgefallen war. Die Rede ist von der neuen Monacor DT-350NF.

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DT-350NF klein

 

Diese Kalotte, die in enger Zusammenarbeit zwischen Monacor Entwickler Frank Kuhl und LPG Entwicklungsleiter Philip Vavron entstand, darf als der legitime High-End Nachfolger der sehr gut beleumdetem und inzwischen zu den Akten gelegten Monacor DT-25TI gelten. Hatte diese noch einen Neodym-Antrieb und eine Frontplatte aus simplem Plastik, kommt die DT-350NF mit einem gewichtigen Ferritmagneten und eine hochwertigen Metallfrontplatte daher. Die 25 Millimeter Titankalotte wird, wie auch beim Vorgänger, von einem Lochgitter geschützt, welches auf seiner Rückseite einen kleinen Diffusor in Form einer transparenten Plastikfolie trägt. Die niedrige Resonanzfrequenz und die hervorragenden Klirrwerte prädestinieren den Hochtöner für einen Einsatz ab unter 2 kHz.

Nun fehlte nur noch der Tieftonpartner. Wie oben bereits erwähnt, sollte der Kandidat leicht zu beschalten und in der Lage sein, tiefe Töne glaubhaft darzustellen. Chassistests in den gängigen Gazetten liessen uns recht schnell ins Land der vielen Fahrräder blicken. Die Jungs vom chinesischen Hersteller Wavecor stellen mit der Reihe WF182BD.. eine Serie an Tiefmitteltönern her, die hervorragendes zu leisten vermag. Wir entschieden uns nach einigen Überlegungen für das Modell WF182BD10, welches unsere Anforderungen perfekt erfüllt. Mit seiner tiefen Resonanzfrequenz, einem moderaten VAS-Wert und einem Qts von ca. 0,4 spielt es perfekt in einer TQWT.

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WF182BD10fff

TSP des WF182BD10

  • FS: 29 Hz
  • VAS: 30 Liter
  • Qms: 9,6
  • Qes: 0,41
  • Qts: 0,39
  • Re: 6,3 Ohm
  • Cms 1,16 mm/N
  • Rms: 0,45 Ns/m
  • B/L: 8,3 N/A

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Die zuverlässige Simulation mittels des MJK-Sheets verspricht für das Chassis in einer 170 cm langen TQWT folgenden Frequenzverlauf

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King Simu für HPfff

Es liegt die Verwendung eines 5 cm durchmessenden Ports nahe, welcher dafür sorgt, dass sich die unvermeidbaren Portresonanzen mehr als 20 dB unterhalb des Nutzpegels ansiedeln. Besser geht es wohl kaum.

Die Weichenschaltung offenbart, dass kein allzu großer Bauteileaufwand vonnöten ist. Der WF182DB10 ist impedanzentzerrt und mit einem Tiefpass zweiter Ordnung beschaltet. Die kleine 0,08mH Spule in Reihe zum Parallelkondensator des Tiefpasses besänftigt eine Restresonanz der Membran, der Saugkreis verringert den unvermeidlichen Bafflestep und Artefakte einer Sickenresonanz im Bereich von 1 kHz.  Die DT-350NF wird ebenfalls mit einem 12 dB Filter beschaltet. Der 1,5 µF Kondensator über dem Reihenwiderstand des Spannungsteilers verleiht der Kalotte etwas mehr Luft am Ende ihres Arbeitsbereiches.

 

Weiche final

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Die Beschaltung führt zu einem sehr ausgeglichenen Frequenzverlauf, wie die Messungen, auch unter Winkel, zeigen.

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AOO 0-30°fff

Auch der Impedanzverlauf ist mit seinem Minimum um etwa 5 Ohm vollkommen unproblematisch.

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AOO Impfff

Die „Against all Odds“ klingt klingt im besten Sinne unspektakulär. Sie produziert einen tiefen und sauberen Bass, so wie man es von TQWT gemeinhin kennt. Der Mittelhochton Bereich ist sehr durchzeichnend und frisch, jedoch niemals nervig. Die Bühne ist glaubhaft und die Ortung einzelner Instrumente gelingt sehr realistisch.

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AOO Bauplanfff

Schauen wir mal, ob die „Against all Odds“ auf dem Contest ihre Chance sieht…

Nachtrag:

Die „Against all Odds“ wusste auf dem DIY-Lautsprecher-Contest 2014 zu gefallen und konnte die kritische Jury überzeugen. Die Lautsprecher konnten die Boxen der Konkurrenz auf die Plätze verweisen und durften den Sieg nach Hause tragen…

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HiFi-Forum User „jumbo125“ kommentiert die ersten Sekunden mit seinen AaO

Ich konnte leider erst gestern gegen 22:00 alles installieren/anschließen. Meine Nachbarn sind leider auch sehr streng, daher dachten wir uns(mein Bruder), wir schauen bei „The Walking Dead“ weiter und testen die Boxen morgen mittels cooler Musik. Wir gingen davon aus das der Unterschied zu den logitech Boxen bei Serien,Filmen nicht sehr gravierend ist.

Mein voller Ernst, als das Intro der Serie begann, bekamen wir eine Gänsehaut so toll ist der Klang.
Ich kann es nicht beschreiben… so sauber, so rein, so… das passt einfach alles super zusammen.

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HiFi-Forum User „Viper780“ schrieb nach einem Vergleichshören mit einer wesentlich teureren Box:

Es war ein netter Abend und leider ist bei mir der Raum nicht optimal, der rechte LS steht ganz im Eck an der Wand während der linke sehr frei steht.

Meines erachtens stehen sich die zwei Lautsprecher in nichts nach. Die AaO kam mit den eingezwängten Verhältnissen eine Spur besser klar. Sie klang für mich „punchiger“ (minimal mehr Oberbass), dafür weniger Lautstärke/Energie im Hochton. Auflösungstechnisch war aber eigentlich alles da. Sie klang, je nach Stück, ein wenig mehr als „aus einem Chassis spielend“ das liegt aber wohl auch an meiner miesen Aufstellung.

Die „Box für rund 850,- Euro pro Seite (nur Technik)“ spielte etwas dynamischer, der Mittenbereich klingt einen Hauch „natürlicher“ (keine Ahnung wie ich das schreiben soll) – das kann aber auch am höheren Wirkungsgrad liegen, und wir haben die LS nicht eingepegelt.

Mit meinem aktuellen Wissenstand würde ich die „Box für rund 850,- Euro pro Seite (nur Technik)“ nicht mehr kaufen, nicht weil sie unterlegen ist oder schlecht (meines Erachtens noch immer der beste Lautsprecher von xxx und ein tolles P/L) wäre. Aber gemessen am Aufpreis sind die Unterschiede zu marginal.

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HiFi-Forum User „Herr der Ringe“ schrieb nach dem obigen Vergleichshören:

Je Musikstück hatte mal die „Box für rund 850,- Euro pro Seite (nur Technik)“ und mal die AaO die Nase vorne. Für eine wirklich objektive Beurteilung bräuchte es jedoch neben einer anderen Aufstellung noch gleichlaut eingepegelte Lautstärken. In meinen Ohren hatte die AaO einen noch bruchloseren Übergang vom TMT zum HT als die „Box für rund 850,- Euro pro Seite (nur Technik)“ vom TT zum MT.

 

Nachbauer Martin schreibt per Mail:

Hallo Alex,

erst mal vielen Dank das du/ihr eure Lautsprecher zum Nachbau zur Verfügung stellt!

Ich habe mir erlaubt die AAO nach zubauen. Ausgesucht habe ich sie mir aus einer Fülle von Angeboten im WWW für den Selbstbauer. Sowohl kommerzielle Bausätze als auch Entwicklungen von „Amateuren“.

Irgendwie kommt man bei der Suche nach Empfehlungen nicht an „donhighend“ vorbei. Und schnell waren LYC und BYT in der engeren Wahl.

Da waren mir aber die eine zu Groß, die andere zu klein. Die sollten es dann nicht sein. Vielleicht doch die AAO? Über die Empfehlungen für die AAO bin ich zu deiner Webseite gestolpert.

Meine größte Sorge war das ich die Bässe meiner geliebten KEF B139 TML, die ich schon seit reichlich fünfundzwanzig Jahren mit mir herumschleppe, vermissen werde. Die haben mich immer wieder mit ihrem raumfüllenden Bass beeindruckt. Allerdings sollte jetzt mal was kleineres mit mehr Präzision her.

Konstruktiv habe ich weitestgehend an die Vorgabe gehalten. Für die Front habe ich Birke MPX 27mm genommen, der Rest ist schwarzes MDF 19mm.

Das ganze mit Hartölwachs gehandelt. Sieht auch noch gut aus.

Vorgestern sind die Lautsprecher endlich fertig geworden.

Ich bin sehr beeindruckt. Habe mich so den Tag über durch meine Musiksammlung gehört. Und es war verwirrend und aufregend was ich so alles noch in den Aufnahmen schlummerte. Als Beispiel sei die grandiose „Tour de France“ von Kraftwerk erwähnt. BOOAH, was da noch in den Tiefen des Basskeller schlummerte war bisher unerhört.

Insgesamt ein schön ausgewogener Lautsprecher, sehr schöne räumliche Darstellung, mit Hang zum Bass. Braucht durchaus kraftvolles Anspielen durch den Verstärker damit seine Qualität voll zur Geltung kommt (kann aber auch an meinen Verstärker liegen, das werde ich noch austesten).

Auf diesem Wege meine herzlichsten Dank für die tollen Lautsprecher!

Viele Grüße

Martin

 

 

 

9 Kommentare

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  1. Ulrich Ritter

    Hi Alex,
    … schon wieder den 1.Platz gemacht ☆☆☆, herzlichen Glückwunsch – bald brauchst du eine extra-Vitrine für deine Pokale. Der DT350nf ist aber auch ein hervorragender HT… da muss der LS ja gut werden ;-)) Falls du beim nächsten K&T Hörtest im Oktober sein solltest, bring die ‚frisch gekürte‘ Box doch einfach mal ‚gegen alle Widrigkeiten‘ mit.

    …lg, Uli

  2. Philip

    Hallo Alex,

    das hört sich ja alles super an. Ich überlege mir den LS nachzubauen. Kannst Du noch ein paar weitere Infos zu den verwendeten Spulen und Kondensatoren in der Weiche geben. Sind das alles Luftspulen und MKPs?

    Macht es einen Unterschied (außer optisch) wenn ich die Chassis lediglich auf die Frontwand schraube statt sie zu versenken?
    Was hat es für einen Sinn die Tieftönerfräsung um 45° anzuphasen?

    Sorry für die vielen Fragen.

    Grüße, Philip

  3. admin

    Hallo Philip,

    die Bauteile sind unkritisch. Mitentwickler Gazza und ich legen keinen besonderen Wert auf gehypte Bauteile. Die, die in der „Against all Odds“ zur Verwendung kamen, sind der Grabbelkiste entnommen. Im Signalweg des Hochtöners liegen preiswerte, selbst selektierte MKT für einige Cent aus dem Abverkauf. Lass dich nicht von selbsternannten Bauteilebeschwörern verrückt machen. Ein sorgfältiger Aufbau bringt wesenlich mehr als vermeintlich „tolle“ Bauteile. Dazu gehört auch das Versenken der Chassis…

  4. Carlo Alberto

    Hi Alex,
    I’m sorry but I do not speak German. Your project seems very interesting. Since I also have yet a pair of WF182BD10, but I would try to match them to a different tweeter, so I ask if you have measurements Arta files of this drive to simulation purpose in my project

    Thanks.
    Best regards.

  5. admin

    Hi Carlo,

    unfortunately i didn’t save the Xover-Files… 🙁

  6. Michael Fleischer

    Hallo Alex,

    ich will gern den Lautsprecher AaO nachbauen. Anscheinend haben sich die Parameter des TMT etwas verändert. Kannst du mir sagen ob ich die Box mit diesen TSP auch genau so bauen kann oder ob du Bedenken hast.

    TSP des WF182BD10
    FS: 29 Hz NEU: 29,5
    VAS: 30 Liter NEU: 32,4
    Qms: 9,6 NEU: 8,8
    Qes: 0,41 NEU: 0,38
    Qts: 0,39. NEU: 0,37
    Re: 6,3 Ohm
    Cms 1,16 mm/N NEU: 1,33
    Rms: 0,45 Ns/m
    B/L: 8,3 N/A

    Danke schon mal….

    Beste Grüße
    Micha

  7. admin

    Hallo Micha,

    ich denke, dass Wavecor nur die After Burn-In TSP geändert hat. Von einer Neugestaltung des TMT habe ich nichts gehört, und ich kann es mir auch eher nicht vorstellen. Viel eher könnte ich mir vorstellen, dass Wavecor dem TMT bei einer Umgestaltung auch gleich eine andere Bezeichnung, oder zumindest ein MK2 spendiert hätte. Ich denke, es ist alles in trockenen Tüchern. In der Simulation macht der unterschiedliche TSP-Satz keinen merklichen Unterschied.

    Viel Spaß mit deinen künftigen AaO.

    Gruß Alex

  8. André

    Hallo Alex,

    nach der Tricky ist die AaO der zweite Lautsprecher, den ich nachgebaut habe. An dieser Stelle herzlichen Dank für das tolle Klangerlebnis! Hat mir sehr viel Spaß gemacht, die Teile zu bauen und es macht noch mehr Freude, die Lautsprecher zu hören. Sehr unaufgeregt, schön feinzeichnend im Hochton und ein echt beeindruckender Tief-Mitteltonbereich. Gefällt mir ausgezeichnet.

    Viele Grüße und besten Dank

    André.

  9. admin

    Hallo André,

    vielen Dank für den Nachbau eines zweiten von mir mitentwickelten Lautsprechers, und vielen Dank für die tolle Rückmeldung.
    Hab noch viel Spaß mit Deinen neuen AaO.

    Viele Grüße

    Alex

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