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Tricky! (CT 272)

Tricky! KT

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Es wurde einfach mal wieder Zeit. Zeit für einen Lautsprecher, der trotz aller Preiswürdigkeit mit einem ausgewogenen Klang aufzuwarten vermag. Immerhin ist es inzwischen gute 4 Jahre her, dass die Sippo das Licht der Welt erblickte und für unzählige fassunglose Gesichter sorgte. Die kleinen Klangwunder kosteten fast nichts und verwöhnten die Ohren mit verdammt viel gutem Klang. Sowas hatte die Lautsprecherwelt bislang noch nicht gesehen, geschweige denn gehört.

Im Rahmen der Entwicklung der Forenbox No. 1 des DIY-HiFi-Forums wurden vom User Christoph Gebhard diverse Chassis gemessen. Ich entsann mich des Dynavox DY166-9A/4, welcher neben einem ordentlichen Frequenzgang auch einen für gezielte Anwendungen brauchbaren TSP-Satz mitbrachte.

Die Idee, dieses Chassis in einer „trickigen“ TQWT einzusetzen und mit einem sehr preiswerten Hochtöner zu kombinieren, fand auch User Gazza aus dem DIY-HiFi-Forum so interessant und verrückt, dass er auf den Entwicklungszug aufsprang. So ist die Tricky! als Gemeinschaftsprojekt von Gazza und mir zu verstehen.

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DY166-9ADynavox DY166-9A

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Die Mittelung der TSP zweier selbst gemessener Exemplare sowie des Chassis, welches Christoph Gebhard seinerzeit gemessen hat, ergibt folgende Werte:

TSP

Fs: 46,8

Re: 3,5

Qes: 1,15

Qms: 3,82

Qts: 0,88

Le: 0,265

Mms: 15,99

Cms: 0,74

Rms 1,24

BL: 3,79

Vas: 19,39

Spl: 84,8

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Der DY166-9A qualifiziert sich damit für den Einsatz in einer etwas trickreicheren TQWT. Das Chassis verspricht Tiefgang bis unter 40 Hz, wobei es auf 75% der Linelänge sitzen muss, um einen akzeptablen Frequenzverlauf zu produzieren.

Ganz wichtig ist, den Port hinsichtlich seiner Position und Beschaffenheit exakt so auszuführen, wie es die Bauanleitung vorsieht. Experimente bei Nachbauten mit veränderter Position und Ausführung als eingeleimter Kanal entlang des Deckels haben gezeigt, dass dies zu Problemen mit der Basswiedergabe führt.

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MJK Simu

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Die Simulation der Line wurde in diversen Varianten ausgeführt. Es wurde sowohl mit der Länge der Line selbst, mit den Positionen von Chassis und Port und ebenfalls mit der Bedämpfung gespielt. Das beste Ergebnis ist das hier vorliegende, mit einer kleinen Grundtonsenke. Diese liesse sich zwar ausmerzen, was aber eine deutliche Überbetonung des Bassbereiches zur Folge hätte.

Der probeweise in einer vorhandenen Schallwand mit praxisgerechter Größe gemessene Frequenzgang verspricht eine Einsatzmöglichkeit des Chassis bis ca. 2 kHz.f

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DY166-9A in Boxsim unbeschaltetfff

Den Hochtonbereich soll ein ebenfalls sehr preiswürdiges Chassis wiedergeben. Die Wahl fiel auf den Westra OT-57-148, ein kleiner Konushochtöner, welcher ab der gewünschten Trennfrequenz einsetzbar ist, eine hohe Serienkonstanz aufweist und zudem in großer Stückzahl verfügbar ist.

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Hochtöner WestraWestra OT-57-148

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Die Resonanzfrequenz des kleinen Konushochtöners liegt bei ca. 1,1 kHz. Hier mal eine Vergleichsmessung zweier Exemplare. Die Streuung ist in diesem Beispiel wirklich sehr gering.

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Streuung Impedanz HTfff

Auch der Frequenzverlauf auf der Testschallwand sieht ordentlich aus.

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FG HKS Gegated in Testschallwand verkleinertfff

Es scheint nichts dagegen zu sprechen, eine Trennung zum TMT bei knapp oberhalb von 2 kHz einzustellen.

Einige Versuche mit der Software „Boxsim“ später stellte sich eine Trennfrequenz bei ca. 2900 Hz als einfach zu beschaltende Variante mit recht geringem Bauteileaufwand heraus.

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Alsdann wurde die simulierte Weiche aufgebaut und nach ersten Messungen und einigen Hörtests in Details angepasst.

Die endgültige Weichenschaltung sieht wie folgt aus:

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Die Bedämpfung der Tricky! wurde an das Bedämpfumgsschema der Sippo angelehnt, jedoch im Detail verändert. Wurden die beiden Enden der Line nach bewährter Manier mit je 2 Lagen und der Deckel im Bereich der Faltung mit einer Lage Noppenschaumstoff (hier durch Restabschnitte realisiert) bedäpft, erhielten die Rückwand und die ersten 20cm beider Teilerseiten eine Auskleidung mit Fibsorb50. Ferner wurde pro Box der halbe Inhalt eines IKEA Kissens „GOSA SLAN“ der Größe 80×80 cm aufgeteilt. Diese Füllung ist sehr preiswert und ganz schön tricky, oder?

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Hier der Bauplan der Tricky!

Bauplan Tricky!

 

Zu guter letzt noch ein paar Winkelmessungen in 1 Meter Abstand:

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Die Lautsprecher klingen vollkommen unspektakulär. Die Bässe sind kräftig, straff und trocken. Der Konushochtöner fügt sich bruchlos ein und löst erstaunlich gut auf. Zischeln ist ein Fremdwort, und es ist keinerlei Aggressivität vorhanden. Die Lautsprecher bauen eine sehr glaubhafte Bühne auf, sowohl was die Breite, als auch die Tiefe angeht. Liebhaber stärkerer Höhen oder Personen mit sehr stark bedämpften Räumen können ein wenig experimentieren und den 18 Ohm Widerstand vor dem Hochtöner durch einen 15 Ohm Widerstand ersetzen. Uns gefiel das in meinem Hörraum eher nicht, aber über Geschmack sollte man bekanntlich nicht streiten…

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Das Projekt Tricky! wurde in Klang + Ton 03/2014 als CT272 vorgestellt.

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Der Forenuser Christioph Gebhard hat auf dem Treffen der HSG-RR am 15.12.13 folgenden Eindruck gewonnen:

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Zum Schluß durften wir dann die Tricky hören und haben sie auch noch mit der Sippo verglichen. Dazu unten mehr. Die Tricky machte in meinen Ohren den saubersten Hochton von allen gehörten Lautsprechern. Dieser klang im positiven SInne nach Kalotte, sehr samtig und fein. Auch tonal gab es nix zu kritisieren. Selbst tiefe Männerstimmen hatten keinen unnatürlichen Bauchansatz. Das passte. Im Bass gab es mehr Schub und Tiefe als bei der JBL, wobei die JBL etwas konturierter tönte. Insgesamt klang die Tricky aber nach richtigem HiFi. Ausgewogen, sauber, unauffällig und komplett. Man konnte sich gut auf die Musik einlassen und vergaß, dass man Lautsprecher hörte.

Interessant war dann der Vergleich zur Low-Budget-Referenz Sippo. Diese zeigte, dass es im Mittelton noch etwas offener, homogener und weiträumiger ging (für mich eine Folge der schwächer ausgeprägten und etwas höher liegenden Diffusfeldsenke), hatte aber an den Frequenzenden das Nachsehen. Der Hochton war zischliger, der Bass breiiger. Mein Favorit ist die Tricky.

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Matthias.S, ebenfalls ein User des DIY-HiFi-Forums fand folgende Worte für die Tricky!

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Verblüfft an der großen Schwester der Sippo – der Tricky – hat
insbesondere der 60ct Konushochtöner. Um den mit ’ner Kalotte
zu schlagen müsste man schon ordentlich Kohle auf den Tisch
des Hauses legen. Der Bassbereich geht völlig in Ordnung. Die
Tricky ist m.E. ein würdiger Nachfolger der Sippo. Alex und Tom
hatten die Chuzpe einen Tiefmitteltöner zu verwenden an dem
– aufgrund des Parametersatzes – jeder ensthafte Entwickler
bisher vorbei gegangen ist. Mit der aussergewöhnlichen Anordnung
des Treibers und des ML-Ports in der TQWT ist es jedoch gelungen
den Treiber zu zähmen. Bravo! Ein stimmiger Lautsprecher für
wenig Geld, ideal für Einsteiger in unser schönes Hobby.

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Eine weitere Bewertung der Tricky! verfasste Hoschibill, ebenfalls aus dem DIY-HiFi-Forum

fff

Die „Tricky“. Einmal mehr ein Lautsprecher für den es nur einen Weg gibt: Kettensäge – kleinhächseln – Mülltonne – Deckel drauf – nie wieder d’rüber reden und vergessen. Wenn man sowas hört stellt man den ganzen teuren Kram spontan in Frage. Das Ding geht tonal in Ordnung, macht Bass, Mitten, Höhen und nervt nie. Räumliche Darstellung passt auch. Speziell der Hochtöner muss hier erwähnt werden. Ein ganz feiner Konus der einen ganz tollen Detailreichtum vermittelt. Natürlich können andere Lautsprecher mehr, das steht ausser Frage. Wenn es aber um das Preis-Leistungs-Verhältnis geht halte ich die Tricky für nahezu unschlagbar. Wenn man einen Nachfolger für die Sippo sucht, mit der Tricky hat man ihn gefunden. Frazit: GROSSES KINO

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Der Forenuser akronoid findet folgende Worte
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ffff

Die Kiste macht Spaß! Relativ schnell zusammengebastelt, limitierender Faktor waren nur die Lieferzeiten und Ideen für das Finish.
Nun stehe ich schon seit einer Woche Stunde um Stunde vor diesen trickreichen Dingern, lege die eine CD nochmal ein… ah vielleicht noch die… Jetzt noch diese hier… und werde einfach sowohl das Grinsen als auch das absurde Verlangen noch ein Paar zu bauen nicht los. Danke nochmals für die Konzeption der LS sowie die Geduld und Hilfsbereitschaft in diesem Thread. Großartig!

 

Darkhouse aus dem DIY-HiFi-Forum schreibt

 

Erstes Hören, ohne Einspielzeit: Jawoll. Wie erwartet habe ich den Wechsel von Fertiglautsprechern nicht bereut. Bisschen weg von der Wand war es natürlich besser, zum Hören werde ich sie mir ab und zu frei stellen. So stehen sie bei hohem WAF an der Wand und in einer Ecke. Und ca. 4 m auseinander, das Klangbild fällt dann schon etwas auseinander. Bei 3 m ist es deutlich konturierter. Grad der gesittete Hochton passt. Bass ist schon erstaunlich, aber nie dröhnt was. Nur der Pegelregler meines Yamaha RX-497 muss deutlich höher drehen, der Wirkungsgrad ist ja bekannterweise nicht so dolle. Aber Yello fetzt, Silly & Gundermann unplugged ein Genuss! Dire Straits‘ Private Investigations als Top-Prüfung bestanden. Bassgitarre in Chris Reas Joys Of Christmas absolut glaubhaft.

Also ich kann sagen, dass die Tricky, wenn so gebaut und vor allem gedämmt wie vorgegeben, einen sagenhaften Bass hat. Ich hatte meinen Subwoofer (Mivoc Hype 10) verkauft. Und bereue es nicht. Okay, einzig bei manchen Filmen fehlt die Grummelaction etwas. Aber im musikalischen Bereich geht sie in alle relevanten Basslagen runter, an der Wand schon zu viel des Guten. Freistehend bleibt noch gut Pegel, vor allem eine bemerkenswerte Kontur und recht souveräne Kontrolle. Kein Bass-Matsch. Habe Bassläufe angehört, da schnarren die Saiten, da klingt der Körper (Hellmut Hattler: Fine Days). Traumhaft, nicht ganz auf Hörachse, Hochtöner außen. Beim Drum-Kit fehlt der letzte Kick. Aber eine 100-Hz-Grenze würde ich niemals sehen, eher 40 Hz und noch darunter. Oder die synthetischen Dauerbässe in Doin‘ It Right von Daft Punk – herrlich, die Luft in der Wohnung vibriert komplett, Subwooferwunsch taucht nicht auf.

 

„Mathias“ teilte per E-Mail mit

 

Hi Alex,

die Tricky hab ich heute zum ersten Mal zum Probehören ins Wohnzimmer gestellt. Noch im Frauenfeindlichen Roh-MDF Gehäuse.
Also ich muss sagen, ich bin echt sprachlos begeistert, was da in Anbetracht vom Preis an Klang raus kommt. Bass können die richtig gut, also einen Subwoofer braucht man da definitiv nicht, selbst für Filme würde es mir reichen, so wie es ist. Also echt Hammer, was man mit so geringem finanziellen Aufwand erstellen kann.

MfG Mathias

 

Zum Entwicklungsthread im DIY-HiFi-Forum mit allen Informationen zum Aufbau geht es HIER

 

 

1 Kommentar

  1. JoJo

    Hallo Alex,

    nachdem ich die Quintet von Dir gebaut hatte (und überzeugt vom Klang war), war es Zeit einen weiteren Lautsprecher von deiner Website zu bauen. – Ich entschied mich für die Tricky! – Und WOW! Was für ein genial klingender Lautsprecher! Und das ganze zu dem Preis! Also ehrlich, Du hast meinen absoluten Respekt!

    Deswegen wollte ich einfach mal DANKE! sagen. Danke für die Mühe an der Entwicklung, Danke für die Dokumentation und Veröffentlichung!

    Das war bestimmt nicht der letzte Lautsprecher von deiner Seite, den ich gebaut habe. 😉

    Viele Grüße
    JoJo

    PS: Eigentlich wollte ich diesen Lautsprecher nur bauen und dann verschenken. – Bis ich ihn gehört habe. Jetzt wird er furniert, bekommt eine Abdeckung für den Korb des Tieftöners (weiblicher Akzeptanz Faktor) und bleibt definitiv bei mir!

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