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Maxi-AL TQWT

 

 

Die Maxi-AL TQWT ist eine Version der Maxi-AL, dem 5. Sieger des diesjährigen DIY-Lautsprecher-Contests.

Im Rahmen eines Shootouts trifft das Original (Bassreflex) am 03.12.11 in den heiligen Hallen der Klang + Ton auf diverse Versionen in anderen Gehäuseprinzipien.

Ich steuere die TQWT Variante bei, die zumindest auf dem Papier eine gute Figur macht:

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Der Fountek FW 146

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Wieso bedient man sich eines fertigen und durchentwickelten Lautsprechers, um ihn in verschiedenen Gehäusen gegeneinander antreten zu lassen?

Die Frage ist legitim und darf zunächst als absolut plausibel gelten. Der 15.000ste Breitbänder in einem kleinen Gehäuse ist nun wirklich nichts besonderes. Das besitzt genug Potential, um ihn vielleicht am Rande zu erwähnen.

Betrachtet man das Lautsprecherchen aber mal ganz genau, treten einige Besonderheiten ans Tageslicht, die die kleine Box zu einigen Alleinstellungsmerkmalen verhilft.

Sehen wir uns erst einmal das Chassis an. Dieses ist ein 5,5 Zöller mit einer Alumembran, welche in einer Gummisicke sitzt. Ein silberner Phase-Plug ziert den Polkern. Das ganze sitzt in einem stabilen Gußkorb. Alles in allem eine mehr als ordentliche Haptik, aber immer noch nichts besonderes.

Das Besondere ist die Tatsache, dass der Breitbänder gar kein Breitbänder ist. Der Fountek FW146 ist ein waschechter Tiefmitteltöner. Und das Ding soll hohe Töne von sich geben? Ja, soll es. Kann es auch, und zwar richtig gut.

Damit aber nicht genug. Als Tiefmitteltöner konstruiert, sollte das Teil natürlich auch ein wenig Pegel in den Raum blasen können. Und auch das kann der kleine Silberling mehr als ordentlich. Da muss es schon mächtig laut werden, bis dem die Puste aus geht. Und das Bassfundament ist dabei nicht von schlechten Eltern. Ich bin mir sicher, dass die meisten Zuhörer im Blindtest einen deutlich größeren Lautsprecher vermuten würden, jedenfalls nicht eine solch kleine Kiste.

Ich erinnere mich gerne des Contests und auch der diesjährigen HMW, wo die Maxi-AL für richtig weit geöffnete Münder, verdutzte Blicke und einen proppevollen IGDH-Hörraum sorgte.

Da war sie dann geboren, die Idee, den FW146 in unterschiedlichen Gehäusevarianten gegeneinander antreten zu lassen. Um eine objektive Vergleichbarkeit sicher zu stellen, versteht es sich von selbst, dass die Schallwandgeometrie bei allen Probanden identisch sein wird. Selbst der SPERRKREIS wird beim Hören immer der selbe sein.

Ich bin sehr gespannt…

Mittlerweile ist der „Maxi-AL Battle“ schon seit einem Weilchen Geschichte. Der Fountek FW146 trat in 7 verschiedenen Gehäusevarianten in den Kampf und schlug sich sehr sehr wacker. Alle Konzepte funktionierten auf sehr hohem Niveau. Selbst in einer kleinen CB mit rund 3 Litern Volumen bot das kleine Chassis eine akzeptable Vorstellung. Direkt vor der Wand betrieben, oder von einem Subwoofer unterstützt, spielt die CB Variante sehr gut.

Meine TQWT Variante zählte, neben dem BR Original und dem TL-Resonator, zu den Favoriten.

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Beschreibung von Theo.W

Beschreibung von Hoschibill

Bericht über den Maxi-AL Battle auf Hifi-Selbstbau

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Wenn man bedenkt, dass es sich beim Fountek FW146 um einen Tiefmitteltöner handelt, welcher nicht im entferntesten für den Einsatz im Fullrangebetrieb vorgesehen ist, schlägt sich das kleine Chassis mit Olli Martins recht einfach gehaltener Korrekturbeschaltung sehr gut.

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Frequenzgang unbeschaltet vs. original SperrkreisFrequenzgang FW146 in Maxi-AL TQWT unbeschaltet vs. original Korrekturnetzwerk jeweils unter 15°

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OIli hat den FW146 mit seinem recht einfach gehaltenen Korrekturglied sehr gut in den Griff bekommen. Da er ohnehin nach eigenen Angaben gerne ein wenig mittenbetonte Wiedergabe bevorzugt, passt die Abstimmung für ihn einwandfrei.

Getreu dem Motto „Des Menschen Wille ist sein HImmelreich“ habe ich das Korrekturnetzwerk neu konstruiert und dabei darauf geachtet, eine möglichst neutrale Abstimmung zu finden, wie sie eher zu meinem persönlichen Geschmack passt.

Herausgekommen ist durch die neue, zugegeben ein wenig aufwendiger ausgefallene, Beschaltung folgendes Ergebnis:

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Frequenzgang originale Korrekturschaltung vs. finale KorrekturschatungFrequenzgang FW146 in Maxi-AL TQWT original Korrekturnetzwerk vs. finales Korrekturnetzwerk jeweils unter 15°

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Frequenzgang 0° vs. 15° finales KorrekturgliedFrequenzgang FW146 in Maxi-AL TQWT finales Korrekturnetzwerk 0° vs. 15°

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Unter einem Winkel von 30° und mehr fällt der Hochtonbereich naturgemäß stark ab. Ich habe mich für einen minimal abfallenden Hochton unter 15° entschieden, so daß unter Winkeln zwischen 0° und 15° die Dosierung des Hochtonpegels problemlos durch einfaches Einwinkeln der Lautsprecher auf den persönlich bevorzugten Pegel vorgenommen werden kann.

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finale WeichefffFinales Korrekturnetzwerk

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Für alle Nachbauwilligen hier der Bauplan der TQWT Variante ohne die durchgezogenen Seitenwände. Bitte beachten, dass in diesem Fall der Port nicht nach unten geführt werden kann, sondern nach hinten gelegt werden muss.

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Bedämpfung laut Plan mit je einer Lage 5 cm Noppenschaumstoff an den Enden, sowie am Knickpunkt der Line. Etwas Polyesterwatte so über den Teiler legen, dass er vorne und hinten etwa 25-30 cm in die Line ragt.

4 Kommentare

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    • Michael Vonderstein auf 21. Oktober 2020 bei 11:55

    Hallo Alex,
    für das Bassreflexrohr gibst du einen Durchmesser von 45mm an. Was kann ich denn dafür hernehmen? Bei den üblichen Lieferanten gibt es Bassreflexrohre nur als HP50:
    https://www.intertechnik.de/shop/zubehoer/bassreflexrohre/hp50_1768,de,14,4580
    oder
    https://ehighend.de/shop/bassreflexrohr-50mm-145mm-p-708.html

    Oder kann ich das HP50 auch nehmen?

    Wie groß sollten die Fasen mindestens werden?

    Welche Höhe hätten die durchgezogenen Seitenteile?

    Gruß
    Michael

    • admin auf 21. Oktober 2020 bei 14:17
      Autor

    Hallo Michael,

    damals habe ich ein in meinem Fundus verfügbares Rohr genommen. Das war ein TR44, welches derzeit kaum noch angeboten wird. Du kannst auch ein BR50 nehmen, welches einen minimal größeren Durchmesser hat. Das würde ich dann etwa 1 cm länger machen.

    Die Fasen waren bei meinen Gehäusen an der oberen Gehäusekante etwa 2 cm breit und liefen nach unten hin aus. Ich würde einfach etwa 15 mm breite Fasen anbringen. Bei dem relativ großen „Breitbänder“ ist das exakte Maß nicht kritisch.

    Die durchgezogenen Seiten waren bei meinen Lautsprechern exakt 1 Meter lang.

    Solltest du die Weichenteile noch nicht eingekauft haben, empfehle ich dir, die überarbeitete Beschaltung aufzubauen. Du findest sie im Artikel FW146 TQWT „D.A.U. Edition“

    Viele Grüße, Alex

    • Michael Vonderstein auf 21. Oktober 2020 bei 21:12

    Hi Alex,
    danke für die schnelle Rückmeldung.
    Habe noch nen Shop gefunden, der auch TR44 noch verkauft:
    https://www.lautsprechershop.de/hifi/rohre.htm

    Kannst du noch was zu den Anforderungen an das Dämmmaterial sagen.
    5cm Noppenschaumstoff ==> Finde da so viele verschiedene mit unterschiedlichen Raumgewichten. Was empfiehlst du da?

    Bei der Polyerstermatte denke ich an normales Sonofill. Das ist 3cm dick. Davon eine oder zwei Lagen?

    • admin auf 22. Oktober 2020 bei 08:02
      Autor

    Hallo Michael,

    es macht Sinn, eine „bessere“ Qualität zu kaufen. Es muss aber nicht die teurste sein. Einfach soviel Sonofil einfügen, dass es, wie beschrieben, vorne und hinten in angegebener Länge über den Teiler führt. Die Line darf nicht verstopft sein.

    Viele Grüße, Alex

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