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Countach

Wer erinnert sich nicht an die Zeiten, in denen unsere  Wohnkultur von üppigem Interieur mit ausladenden Polstergarnituren, dicken Teppichböden und samtigen Vorhängen geprägt war. Da diese Gegenstände und Materialien dazu neigen, sehr viel Energie, vornehmlich im Hochtonbereich, zu absorbieren, benötigte man Lautsprecher, die auch unter Winkeln noch genug Hochtonenergie abstrahlen können. Ansonsten wirkte die Wiedergabe schnell  dumpf und matt. Die meisten mit einer Hochtonkalotte ausgestatteten Lautsprecher bringen diese Eigenschaft jedoch mit.

In unserer modernen Zeit hat sich hinsichtlich des Einrichtungsgeschmacks sehr viel verändert. Unsere Wohnräume werden immer häufiger von glatten und somit stark reflektierenden Oberflächen und Böden dominiert. Teppichböden oder schwere Vorhänge findet man in den aktuellen Wohnzimmern kaum noch. In einer solchen Umgebung können Lautsprecher mit stärkerem Bündelungsverhalten im Hochtonbereich deutlich agenehmer klingen, da sie weniger indirekten Schall über reflektierende Wände und andere schallharte Flächen erzeugen.

Um einen veritablen Standlautsprecher mit einem für schallharte Räume optimierten Abstrahlverhalten realisieren zu können, benötigt man einen Hochtöner mit entsprechend stärkerem Bündelungsverhalten. Somit fallen die in großer Vielzahl angebotenen Kalottenhochtöner weitestgehend aus. Ebenso verhält es sich mit den momentan so sehr angesagten AMT und sonstwie gearteten Folienstrahlern. Die meisten Hochtöner dieser Bauart weisen zur Schallabstrahlung eine zwar vertikal lange, aber horizontal schmale Folienmembran auf, die auf horizontaler Ebene breit abstrahlt und wenig bündelt. Bleiben Konushochöner, die teilweise und je nach Größe ihrer Membran deutlich schmaler abstrahlen. Leider sind die am Markt erhältlichen Konen aber mehrheitlich im untersten Preissegment angesiedelt, oder aber sehr teuer. Somit scheiden sie für das geplante Konzept ebenfalls aus.

Eine weitere Möglichkeit bietet eine Schallführung, z. B. ein Waveguide, wie es in einigen meiner früheren Lautsprecher zum Einsatz kommt. Für die Countach hatte ich jedoch ein noch stärker bündelndes Konzept erdacht. In meinem Lager hatte ich noch ein Paar eines nicht nur preislich interessanten Hochtöners des Herstellers Fountek. Der NeoCD3.5H ist ein reinrassiger Bändchenhochtöner, der mit seinem vorgesetzten Horn die gewünschten Eigenschaften mitbringt.

Fountek NeoCD3.5H

 

Der Hochtöner glänzt durch eine saubere Verarbeitung und bietet, trotz des Horns aus solidem Kunststoff, eine sehr ordentliche Haptik. Auch die Frequenzganglinearität ist nicht zu beanstanden, wenn man eine Trennfrequenz von 3kHz nicht unterschreitet.

Fountek NeoCD3.5H 0° unbeschaltet

 

Ein adäquater Mitteltonpartner schlummerte schon seit geraumer Zeit in meinem Chassisvorrat und wartete darauf, endlich seine Qualitäten ausspielen zu können. Das Pärchen Sica 5M1.5PL schenkte mir ein Nachbauer eines meiner früheren Projekte. Er hatte die Chassis selbst geschenkt bekommen und fragte mich, ob er mir damit vielleicht eine Freude machen könne.  Sehr gerne nahm ich an und versprach, die Töner alsbald in einem schönen Projekt einzusetzen.

Sica 5M1.5PL

 

Dieser reine Mitteltöner ist eine wahre Augenweide. Der strömungsgünstig geformte Gusskorb, der Neodymantrieb und die gesamte Verarbeitung des Chassis gestatten durchaus die Frage, wie all dies zu einem Preis von unter 55,- Euro möglich ist. Auch in messtechnischer Hinsicht leistet sich der kleine Italiener  keine Ausreißer. Der Frequenzverlauf darf als hervorragend bezeichnet werden.

Sica 5M1.5PL 0° unbeschaltet

 

Bei der Auswahl einen tieffrequenten Mitspielers hätte ich ebenfalls auf meinen Bestand zurückgreifen können. Ein Sonderangebot des französischen Anbieters TLHP konnte ich jedoch nicht verstreichen lassen, und so erwarb ich ein Paar Sica 10SR2.5CP in der 8 Ohm Ausführung zum damaligen Stückpreis von unter 70,- Euro.

Sica 10SR2.5CP

 

Mit seinem regulären Preis darf das Chassis aber  trotzdem als absolutes Schnäppchen gelten. Für gut 90,- Euro bietet Sica einen 10 Zöller mit massivem Gusskorb, einem sehr edel aussehenden, auf den Korbrand aufgebrachten Gasket aus Gummi, insgesamt toller Haptik und nicht zuletzt einem vollkommen überzeugenden und praxisgerechten TSP-Satz.

Sica 10SR2.5CP TSP Satz

 

Die selbst ermittelten TSP sind sehr nah an den Angaben im Datenblatt. Das Chassis benötigt ein ventiliertes Volumen um 55 Liter um souveränen Tiefbass bis unter 40 Hz abliefern. Hier passt ungekürzter ein HP 100 Port von Intertechnik mit seinen knapp 20 cm Länge perfekt. Das ist sozusagen Plug ’n Play.

Sica 10SR2.5CP in 55 Litern BR

 

Auch die Messung des Frequenzgangs zeigt keine Auffälligkeiten. Der Verlauf ist absolut mustergültig, bevor er ab etwa 1,5 kHz in einer Resonanz aufbricht.

Sica 10SR2.5CP 0° unbeschaltet

 

Die Simulation erfolgte zunächst mit dem bewährten  Tool Boxsim. Sie wurde im nächsten Schritt in die Software Xover übertragen, um auch das zu erwartende Verhalten unter Winkeln simulieren zu können. Die Vorgehensweise mag umständlich wirken, bietet für mich aber die schnellstmögliche Art  zu einem guten Ergebnis zu kommen. Modernere Programme, wie z. B. Vituixcad besorgen dies in einem Schritt, sind jedoch deutlich umständlicher in der Handhabung. Zudem ist der Optimierer der Boxsim Version 1.2 unübertroffen, wenn man ihn auf sinnvolle Art und Weise einsetzt. Jedenfalls stellt die Simulation ein einwandfreies Ergebnis wie gewünscht in Aussicht.

Simulation Countach 0° – 60°

 

Nach der obigen Simulation wurde die Weiche auf meinem bewährten Entwicklungsbrett gesteckt, und kurz später wurden Messungen durchgeführt. Erwartungsgemäß waren diese deckungsgleich mit der Simulation. Die Änderung eines einzigen Bauteilewertes hatte zur Folge, dass die kleine Senke bei ca. 1,5 kHz  auf Achse noch etwas sanfter ausfällt als es die Simulation zeigt.

Messungen Countach 0° – 60°

 

Die Darstellung des reinen Achsenfrequenzgangs stellt dies noch etwas deutlicher heraus.

Messung Countach 0° und Zweige

 

Der Impedanzverlauf, den ich hier zusammen mit der Achsenmessung zeige, verläuft auf vollkommen unkritischem Niveau und erreicht seinen niedrigsten Wert von ca. 5 Ohm bei etwa 120 Hz.

Countach 0° und Impedanzverlauf

 

Die Weichenschaltung konnte recht moderat ausfallen. Der Impedanzverlauf des Tieftöners wurde linearisiert. Er ist mit einem 12dB Filter beschaltet. Der Tieftöner buckelt durch die Wechselwirkung des Filters mit dem zweiten Impedanzhöcker nur minimal auf. Deswegen greift der zusätzlich verbaute Saugkreis nur sehr sanft und eher breitbandig ein. Über Variantion des 15 Ohm Widerstandes kann der Pegel im (Ober-)Bass auf Wunsch variiert werden.  Eine Vergrößerung des Widerstandswertes auf etwa 22 Ohm entlockt dem Lautsprecher ca. 1dB mehr Pegel. Eine Verkleinerung senkt den Pegel ab. Man sollte dabei natürlich die Gesamtimpedanz im Auge behalten. Der Gesamtwiderstand, der sich aus der Addition des Spulenwiderstands und des physischen Widerstands ergibt, sollte 5 Ohm nicht unterschreiten, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.  Sinnvolle Werte des physischen Widerstands liegen zwischen 10 Ohm und 22 Ohm, die Verwendung der angegebenen Spule mit 1,39 Ohm vorausgesetzt. Beim Mitteltöner gibt es keine Besonderheiten.  Die Schaltung mit einem 12dB Filter nach unten und 18dB Filter nach oben sorgen für das gewünschte Verhalten. Ein Spannungsteiler passt den Pegel an. Der Hochtöner ist etwas tricky beschaltet. Dem 18dB Filter ist ein mit einem Shelving Filter überbrückter Widerstand vorgeschaltet. Dieses sorgt für  besseres Verhalten im Bereich der Trennfrequenz zum Mitteltöner. Unter Winkeln stellt sich dadurch ein besserer Verlauf ein, als er mit einer konventionellen Beschaltung mit dem Filter nachfolgenden Spannungsteiler erreichbar wäre.

Unterschiede im Oberbass durch Variation des Widerstands im Saugkreis

 

Countach Weichenplan

 

Das im Zweifel kostenintensivste Bauteil dürfte die 2,7mH Spule im Tiefpass sein. Für den Aufbau habe ich eine Luftspule mit 1,4 mm Draht aus meinem Vorrat verwendet. Natürlich an dieser Stelle auch eine preiswertere oder bereits vorhandene (Kern-)Spule verwendet werden. Kleinere Abweichungen des Spulenwiderstandes stellen kein Problem dar. Den Bereich vollkommen problemlos zu verwendendender Werte habe ich im Bauplan aufgeführt. Die im folgenden Warenkorb gelistete Luftspule mit 1,4 mm Draht kann gegen ein entsprechend preiswerteres Exemplar getauscht werden.

 

Warenkorb für die Weichenteile der Countach im Quint-Store

 

Countach Bau- und Bedämpfungsplan (Vergrößern: Rechte Maustaste -> Grafik anzeigen)

 

Die Baupläne sind für private Nutzung freigegeben. Jegliche Form der gewerblichen Nutzung oder Verbreitung ohne vorherige Absprache ist untersagt und wird strafrechtlich verfolgt.

Die Chassis kosten beim freundlichen Franzosen aktuell (17.05.2020) 208,67 Euro pro Seite. Mit den zusätzlich fälligen 81,80 Euro (18.05.2020) je Box für die Weichenteile erhält man für rund 580,- Euro für die Technik ein Paar veritable und schalldruckstarke Standlautsprecher mit ausgewogenem und absolut überzeugendem Klang. Der Bassbereich ist kräftig, trocken und reicht souverän bis unter 40 Hz hinunter. Auch bei hohen Pegeln bleibt das Klangbild sehr sauber. Die Bühnendarstellung und die Ortbarkeit einzelner Instrumente und Stimmen gelingen einwandfrei. Überhaupt ist die Stimmwiedergabe ausgezeichnet. Auch unsere kritischen „Teststimmen“ werden auf sehr hohem Niveau und frei von Verfärbungen wiedergegeben.  Die Countach bieten ein sehr hohes Klangerlebnis zum kleinen Preis.

Viel Spaß beim Nachbau… 🙂

18 Kommentare

18 Pings

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  1. Moin Alex,

    der freundliche Franzose freut sich über deine Entwicklungen und eine neue Bestellung! Herzlichen Dank für deine ambitionierten und preiswürdigen Wandler-Kreationen!

    Viele Grüße – audioviel

    • Gerrit auf 22. Mai 2020 bei 21:57

    Hallo Alex,

    da ich schon längere Zeit keinen 3 – Wege – Lautsprecher gebaut habe und darauf mal wieder Lust habe, finde ich diese Entwicklung sehr interessant (- auch weil ich in den letzten Wochen viel mit den von Dir entwickelten LYCs Musik gehört habe und von deren Qualitäten überzeugt bin).
    Die Sica – Chassis sehen auf den Fotos recht hochwertig aus.

    Ich habe noch ein Paar Omnes Audio RT 3.5H in einer Schublade,welche anscheinend vom gleichen Hersteller stammen:
    https://www.speakercase.de/omnesaudio/647-lautsprecher-chasis-omnes-audio-omnes-audio-bandchen-hochtoner-rt-35h.html

    Die Frequenzgänge, welche unter obigem Link und dem Link zu Fountek (http://www.fountek.net/neocd3.5h.html) abgebildet sind, kommen mir identisch vor.

    Aktuell befinden sich allerdings 3 Lautsprecher – Paare in unserem Wohnzimmer und meine Frau wäre
    „not amused“, würde sich noch ein Paar Standlautsprecher dazugesellen. Da muß wohl bald mal auf-
    oder umgeräumt werden.

    Darf man schon mal nach dem groben Konzept des „Speedway“ fragen ? Klingt nach einem Hochwirkungsgrad – LS…..

    Beste Grüße
    Gerrit

    • admin auf 23. Mai 2020 bei 00:15
      Autor

    Hallo Gerrit,

    Wie du richtig vermutest, handelt es sich um den identischen Fountek Hochtöner. Oaudio neigt wohl zu einem sehr wechselhaften Portfolio. Man könnte annehmen, dass dort häufig Restposten angeboten werden, die günstig aufgekauft wurden. Dagegen ist nichts einzuwenden, aber eine dauerhaft nachbaubare Entwicklung ist mit solchen Angeboten nicht möglich. Der NeoCD3.5 ist zum Glück eine dauerhaft erhältliche Alternative.

    Die „Speedway“ ist eine Idee, die vielleicht gar nicht gebaut wird. Mit „Hochwirkungsgrad“ hat sie auf keinen Fall etwas zu tun. Im Gegenteil…

    Viele Grüße Alex

    • admin auf 23. Mai 2020 bei 10:17
      Autor

    Hallo,

    ich wünsche viel Spaß beim Aufbau.

    Gruß Donhighend

    • Gerrit auf 25. Mai 2020 bei 20:34

    Hallo Alex,

    ich habe je ein Paar Mitteltöner und Tieftöner bestellt. Die Tieftöner haben laut Toutlehautparleur gerade eine Lieferfrist von ca. 43 Tagen und kosten aktuell knapp 95,- €, was mir verglichen mit ähnlichen Chassis von z.B. Wavecor, Scan Speak oder Visaton immer noch recht günstig erscheint.

    Der Lautsprecher kommt mir für einen stehenden 3 – Weger mit 10″ Tieftöner erfreulich kompakt vor.
    Ich bin gespannt auf das Ergebnis, welches bei mir wohl eine Weile dauern wird.

    Vielen Dank für diese weitere interessante Enwicklung.

    Beste Grüße
    Gerrit

    • admin auf 26. Mai 2020 bei 08:53
      Autor

    Hallo Gerrit,

    ich freue mich sehr, dass du dich an die Countach wagst. Mal sehen, was du sagen wirst… 🙂

    Viele Grüße, Alex

    • Gerrit auf 24. Juni 2020 bei 17:44

    Hallo Alex,

    ich habe heute das Paket von Toutlehautparleur ausgepackt und musste feststellen, dass die Mitteltöner
    trotz gleicher Bezeichnung etwas anders aussehen: Unterhalb der Dustcap befinden sich die Schwingspulen – Zuleitungen auf der Außenseite der Membran und wurden mit schwarzen Klebstoff dort fixiert. Ich hoffe, es handelt sich nur um äußere Unterschiede und die Parameter sind nahe an denen der von Dir verwendeten Chassis.

    Die Öffnung zum IHA ist Kreisrund mit einem Durchmesser von 110 mm, richtig ?

    Gibt es vielleicht einen Online – Händler, der die CNC – Daten von Deinen Schallwänden hat ?

    Ich bin schon gespannt auf das Ergebnis – der von Dir gewählte Name lässt ja einiges erhoffen….

    Beste Grüße
    Gerrit

    • admin auf 24. Juni 2020 bei 20:10
      Autor

    Hallo Gerrit,

    du kannst beruhigt sein. Auch bei meinen MT sind die Anschlusslitzen herausgeführt und mit dauerelastischem Kleber auf der Membran fixiert. Bei Sica ist mir das jetzt schon bei zwei Chassis aufgefallen. Kürzlich wurde ein gebrauchtes Paar 8 Zöller angeboten, bei denen das ebenso gelöst ist. Im Prospekt sind die Zuleitungen nicht sichtbar.

    Du vermutest richtig, dass die Öffnung lediglich eine kreisrunde Öffnung in Materialstärke ist. Volumen und Durchmesser sind so gewählt, dass durch die Wandstärke die richtige Abstimmfrequenz getroffen wird.

    Bislang habe ich noch keine Schreinerei beauftragt. Die finalen Schallwände werde ich aber auf jeden Fall bei PEAK-LSV fräsen lassen.

    Jedenfalls bin ich gespannt, wie sie dir gefallen werden.

    Viele Grüße

    Alex

    • Gerrit auf 3. Juli 2020 bei 16:21

    Hallo Alex,

    Peak – LSV wird demnächst wohl die Daten haben, da ich soeben 2 Schallwände dort bestellt habe.
    Die Lieferzeit wird laut Herrn Karwowski ca. 4 Wochen betragen. Er empfahl, die seitlichen Fasen zu den oberen Ecken hin nicht auf 0 mm auslaufen zu lassen (sondern ca. 5 mm Material stehen zu lassen), um Beschädigungen beim Versand oder beim Verleimen zu vermeiden.

    Ich habe im Netz einen Countach gefunden, in welchem ein 18 Zöller von Beyma verbaut wurde
    (etwas runter – scrollen auf 1991): https://www.acoustic-lab.eu/history/

    Vielen Dank für Deinen Support und beste Grüße
    Gerrit

    • admin auf 8. Juli 2020 bei 13:40
      Autor

    Hallo Gerrit,

    das wird dann schon der zweite, mir bekannte Nachbau der Countach. Die Fräsungen von Peak-LSV sind sehr gut. Michael hat mir schon einiges gemacht. Lass mal was von dir hören.

    Viel Spaß beim Aufbau und viele Grüße

    Alex

    • Gerrit auf 26. Juli 2020 bei 20:22

    Hallo Alex,

    ich beschäftige mich zur Zeit mit dem Aufbau der Frequenzweichen und da ich beim Thema Elektronik
    nicht über besonders viel Wissen verfüge, hätte ich folgende Frage(n) zur Anordnung, bzw. Belastbarkeit
    der Widerstände R4 und R7 (beide 6,8 Ohm): Ist die 20 Watt Variante für den Tieftonzweig (parallel zum
    TT) oder Mitteltonzweig (in Serie zum MT) gedacht ?

    Soweit ich vermute, sollte R7 die 20 Watt Variante sein, da im Tieftonzweig in der Regel am meisten
    Leistung „verbraten“ wird.

    Handelt es sich bei R1 und R2 (je 0,01 Ohm) um den geschätzten Widerstand der Zuleitungen ?

    Ich hoffe solche Fragen nerven nicht allzu sehr…..

    Ansonsten warte ich auf das Eintreffen der Schallwände und des einen Mitteltöners, welchen ich Herrn Karwowski zwecks Maßabgleich zugesendet hatte.

    Beste Grüße und vielen Dank
    Gerrit

    • admin auf 26. Juli 2020 bei 20:37
      Autor

    Hallo Gerrit,

    die beiden Widerstände R7 (6,8 Ohm) und R8 (15 Ohm) im Tieftonzweig sind die, die als 20 Watt Typen im Warenkorb gelistet sind. R4 (6,8 Ohm) im Mitteltonzweig ist als 10 Watt Typ gelistet.

    Asche über mein Haupt, was die 0,01 Ohm Widerstände angeht. Diese „schalte“ ich bei den Simulationen in die einzelnen Zweige, um diese einzeln stumm schalten zu können. Dazu erhöhe ich während der Simu auf 99999 Ohm. Leider erlaubt Xover eine einfache Unterbrechung der Zuleitung nicht. Das Programm quittiert das mit einer Fehlermeldung. Meist vergesse ich, die Widerstände wieder aus dem Plan zu nehmen. Sie sind somit nicht Bestandteil der realen Weiche.

    Viele Grüße

    Alex

    • Nils auf 9. August 2020 bei 22:26

    Hallo,
    sehr interessanter Bericht und vielen Dank fürs Veröffentlichen. Fast hätte ich gleich alles bestellt, dann aber festgestellt, dass die Preise seit Mai um mehr als 30% angezogen haben und dass der Hochtöner ewige Lieferzeit hat (75 Tage).
    Ich habe derzeit ein paar Chorus 85 am laufen, aber nicht wirklich glücklich damit. Vor diesem Hintergrund habe ich mich gefragt, ob du die Countach mit der Mona Kea vergleichen kannst?
    Wenn ich es richtig sehe wäre es kein so deutlicher Preisunterschied und bevor ich später doch Wunsch auf mehr bekomme…

    Kannst du vielleicht auch was zum Hochtöner im Vergleich zum Er4 sagen, den ich in einem anderen deiner Projekte gesehen habe.
    Viele Grüße
    Nils

    • admin auf 10. August 2020 bei 09:43
      Autor

    Hallo Nils,

    es handelt sich natürlich um 2 vollkommen verschiedene Lautsprecher, die sich auch im Preis nicht unerheblich unterscheiden. Man neigt natürlich schnell zu dem Gedanken, dass sich die Preise für die Chassis pro Seite nur um knappe 150,- Euro unterscheiden. Prozentual bertrachtet liegt der Unterschied aber bei rund 70 Prozent. Das führt sich natürlich auch beim Aufwand für die Weiche und für die Gehäuse und eventuelles Finish fort.

    Da gilt es einfach abzuwägen, was man bereit ist für seine Lautsprecher auszugeben. Beide Lautsprecher spielen auf sehr hohem Niveau, wobei sich sich dennoch unterscheiden. Da spielt natürlich auch noch persönlicher Geschmack rein. Es wäre aber vermessen, wenn ich behaupten würde, die preiswertere Countach könne die Mona Kea schlagen. Das war auch nie Ziel der Entwicklung. Die TT und MT sind derzeit 10.08.2020) in Frankkreich auf Lager. Den HT bekommst du auch anderswo recht günstig.

    Den ER4 finde ich persönlich gar nicht so toll, auch wenn andere von den konstruktiven Details schwärmen.

    Viele Grüße

    Alex

    • Nils auf 10. August 2020 bei 10:18

    Hallo Alex,

    vielen Dank für deine schnelle Rückmeldung. Dann werde ich ‚mal in mich gehen und überlegen, was ich bereit bin auszugeben.

    Viele Grüße
    Nils

    • admin auf 10. August 2020 bei 10:47
      Autor

    Hallo NIls,

    viel Spaß bei der Auswahl. Lass doch mal was von dir hören, wenn du soweit bist.

    Viele Grüße

    Alex

    • audioviel auf 12. September 2020 bei 14:09

    Moin Alex,

    die Chassis sind endlich eingetroffen!!! Ich möchte die LS möglichst nah an die Wände stellen – kann man die BR-Öffnung auch nach vorne oder an die Seiten verlegen?

    • admin auf 12. September 2020 bei 15:51
      Autor

    Hallo Roman,

    erste Resonanzen bilden sich um etwa 250 Hz. Da dies unterhalb der Trennfrequenz zum MT ist, würde ich eine Verlegung des Ports nach vorne eher unterlassen. Wenn es sich wirklich nicht vermeiden lässt, leg ihn an die Seite. Das würde ich dann spiegeln, um mit der Aufstellung ein wenig experimentieren zu können.

    VG Alex

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