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MoDiPo (vorgestellt in K+T 05/11)

Derzeit in der Entwicklung…

Kurz vor der Fertigstellung…

Wird gerade für die Präsentation in der Fachpresse aufgehübscht…

Ist fertig und wartet auf Ihre Präsentation…

Veröffentlicht in der Klang und Ton Ausgabe 05/2011

ggggg

Vorabinfo:

Die MoDiPo ist ein markenreiner, mit preiswerten Chassis aus dem Monacor Portfolio aufgebauter, passiver Vollbereichsdipol mit einer Gesamtbreite von unter 30 Zentimetern.

Um dem Dipolverlust gerade im Bassbereich entgegenzuwirken kommt als Tieftöner der SPP-250 gleich dreifach zur Anwendung.

 

 

Den Mitteltonpart von etwa 400Hz bis rund 2500Hz übernimmt ein SP-13/4. Dies ist ebenfalls ein Chassis aus dem preiswerteren Segment, welches aber unerwartet gute Qualitäten mitbringt. In der Modipo spielt das Chassis in einer winzigen, nur 14 x 14 Zentimeter großen Schallwand.

 

 

Im Hochtonbereich fiel die Wahl auf die Car-HiFi Kalotte CRB-40, welche in der Modipo gleich doppelt, je eine nach vorne und hinten abstrahlend, zum Einsatz kommt. Dem mechanischen Aufbau spielt hier der besondere Umstand, dass die Hochtöner perfekt in ein gekürztes Bassreflexrohr des Typs MBR-35 passen, angenehm in die Karten.

 

 

 

 

 

Leider sind durch einen Hardwarecrash die meisten Messdaten, die während der Entwicklung entstanden sind, verloren gegangen. So kann ich leider nur Messungen der fertigen Lautsprecher sowie die Schaltung der Frequenzweiche und den Aufbauplan der Modipo veröffentlichen.

Zunächst der Frequenzgang der Modipo unter Winkeln. Hier ist das einwandfreie Rundstrahlverhalten der Konstruktion ersichtlich.

 

FrequenzgangFrequenzgang 0° – 45°

 

ZweigeFrequenzgang Einzelzweige

 

Gemessen an der Komplexität der Gesamtsystems ist der Frequenzgang der MoDiPo als ausgeglichen zu bezeichnen. Lediglich im Bereich um 5 kHz liegt der Gesamtpegel leicht oberhalb des Einzelfrequenzganges der beiden Hochtonkalotten. Dies ist bedigt durch die Tatsache, dass die Hochtöner „in einem weiten Bereich oberhalb ihrer Dipolsitze betrieben werden“ *Rudolf Finke, der dieses Projekt beratend unterstützt hat.

Auch das Ausschwingverhalten der MoDiPo lässt keinen Raum für ernsthafte Kritik.

 

WasserfallZerfallspektrum

 

Die meisten offenen Schallwände werden sehr breit ausgeführt, um einen Wirkungsgradgewinn, besonders im Bassbereich, zu erzielen. Leider erkauft man sich mit einer breiten Schallwand den Nachteil, dass sich das Abstrahlverhalten des Lautsprechers zu höheren Frequenzen immer weiter von der idealen Dipol-8 entfernt. Durch die unterschiedlichen Schallwandbreiten wird dieses Problem bei der MoDiPo elegant umschifft, so dass diese bis über 3 kHz, und damit im gewichtigen Frequenzbereich, die gewünschte Dipol-8 produziert. Darüber hinaus beginnen die beiden Hochtonkalotten immer stärker zu bündeln.

PolardiagrammPolardiagramm

 

Konstruktionsbedingt schleicht sich im Klirrspektrum eine schmalbandige Spitze im Bereich um 500 Hz ein, die der unbeschaltete Mitteltöner in einer Messschallwand in diesem Bereich nicht aufweist. Sie ist nicht dem Mitteltöner zuzuordnen und ist klanglich nicht wirklich relevant. Die weiter unten aufgeführten Hörermeinungen lassen diesen Schluss jedenfalls zu…

 

Klirr @ 85dBKlirr @ 85dB

 

Die Frequenzweiche konnte angenehm einfach gestaltet werden. 17 Bauteile für eine ausgewachsene 3-Wege Box kann man als durchaus spärliche Ausführung bezeichnen.

WeichenplanWeichenplan

 

Im Basszweig der Frequenzweiche werden 2 recht niederohmige Induktivitäten von 3,3 mH in Reihe geschaltet, um die Gesamtimpedanz nicht unter 3 Ohm sinken zu lassen. Natürlich lässt sich das auch mit einer einzigen 6,8 mH Spule mit höherem Widerstand erreichen.

 

Imp. u. PhaseImpedanz und Phase

 

 

BauplanBauplan Modipo

 

 

Klang + Ton urteilteffff

In unserem Hörraum erwies sich die MoDiPo als erstaunlich aufstellungsunkritisch – dennoch sollte man den Anteil des reflektierten rückwärtigen Schalls im eigenen Hörraum immer auf der Rechnung haben, bevor man ein solches Projekt realisieren möchte. Der Bass kann das halten, was die Messungen versprechen – er geht ungeheuer tief hinunter und besitzt eine ganz eigene selbstverständliche Autorität. Faszinierend wie immer bei einem Dipolbass ist das vermeintlich ansatzlose Entstehen der tiefen Töne, die einfach da sind und dann wieder ohne Wummern verklingen – perfekt. Der Mitteltöner macht einen ordentlichen Job – hier sehe ich aber in Sachen Neutralität noch Verbesserungspotenzial, vor allem hinsichtlich des Preises: Die drei Tieftöner kosten zusammen über hundert Euro, da könnte man auch für das „Hauptchassis“ etwas mehr als 15 Euro investieren. Die beiden Hochtöner klingen sehr gut – mit genau jener Mischung aus Detailliertheit und Glanz, die solche Chassis ausmachen. Mit der MoDiPo wird ein hoch interessantes Lautsprecherkonzept verwirklicht – ein Dipol mit kontrolliertem Abstrahlverhalten, der sich relativ unproblematisch aufstellen lässt. Für sich genommen eine sehr gute Box – die man aber auch als gedankliche Basis für eigene Konzepte verwenden kann.

 

Bertramxxl aus dem DIY-HiFi-Forum schrieb:ffff

Hallo, durch günstige Umstände und etwas Hartnäckigkeit meinerseits ist die Modipo seit Samstagabend Besucher in meinem Wohnzimmer…

…Was mir sofort aufgefallen ist, der niedrige Wirkungsgrad, den K+T gemessen hat, kann nicht stimmen! Da klafft zwischen RAR Messung und dem Verhalten im realen (Halbraum) eine Lücke von 4-6db, die zugunsten der Modipo wirken!

Drei 10 Zöller pro Seite=SD 1038 qcm! Das ist mehr als ein (theoretisches) 17,x Zoll Lautsprecherchassis!! Und das hört man nicht nur, das kann man sogar fühlen! Dass kein mir Bekannter 15 Zöller soooo tief runter geht nur mal am Rande erwähnt! Wenns doch einen gibt, kostet der aber bestimmt auch mehr als die 160€, die alle 3 Monacor 10er zusammen auf die Waage bringen!!? Und das Beste dabei: es dröht nix, wirklich absolut nix! Bernds Orgel CD’s wären darauf der Wahn!! Bei der Menge an Tieftonenergie im Raum einfach nur erstaunlich!! Warum sperren wir gleich nochmal Chassis in Kisten ein und ärgern uns mit dem rückwärtigen Schall rum??? Achso, akustischer Kurzschluss und soweiter, ich erinnere mich! Die Modipo beweist, dass es jenseits aller praktischen Erwägungen und der Theorie einfach hervorragend passt, wenn die Membranen „frei atmen“ können, und das funktioniert auch noch bei Pegeln, die jenseits der Menschlichkeit liegen, ganz überzeugend!

Übrigens, andersrum wird auch ein Schuh draus: Ich habe noch niemals einen Lautsprecher gehört, der bei 60 db (gemessen!!) und darunter schon so komplett „da“ ist. Also auch Großorchestrales komplett zu Gehör bringt. Meist fehlt da einiges, und die allermeisten Lautsprecher wachen da überhaupt noch nicht auf! Die Modipo schon.

Die nächste Schokoladenseite ist der Sweet Spot! Obwohl es den strenggenommen gar nicht gibt! Wie das? Nun, es ist sogut wie egal ob man steht, sitzt oder liegt und das auch noch unabhängig wo zwischen den Lautsprechern man sich aufhält! Ich mache mich jetzt mal nochwas angreifbarer und erzähle etwas völlig unmögliches! Während ich dies hier schreibe, sitze ich auf der Linie der Lautsprecher ca. einen knappen Meter neben der rechten Box und höre sehr sehr gut was links läuft! Nicht wirklich Stereo, aber verdammt nahe dran. Geht nicht? Doch, geht! Dipol machts möglich….

Ich hatte ja etwas Bedenken, dass im Diffusschall die Ortung leidet. Normalerweise bin ich sehr für, wie ich es nenne, informative Lautsprecher. Breite und Tiefe der imaginären Bühne, am Liebsten noch mit einer glaubhaften Höhenabbildung / Staffelung sind für mich die Kür bei hochwertigen Lautsprechern. Keine Tonalen Ausreißer und insgesamt stimmige Wiedergabe die Pflicht.
Nach diesen Kriterien geurteilt, kann ich sagen: Pflicht zu 100% erfüllt. Nichts unangenehmes zu Hören, die Tendenz ist eher auf der warmen Seite, und alle Bereiche spielen bruchlos zusammen.

Ein Lautsprecher für echte Klassikfreunde ist die Modipo allerdings nicht in jedem Fall. Und das liegt an der mitunter fehlenden Luftigkeit. Dies ist nicht auf die Höhen bezogen, die überraschen und überzeugen sehr! Es ist eher der Mittelton der nicht bei jeder Aufnahme die letzten Details verrät. Bei Yello/Kraftwerk/Portishead und Konsorten kein Thema! Bei guten CDs von Chesky,Tacet, Dorian oder den Rudy van Geldern Remasters von Blue Note Klassikern fehlt mir manchmal etwas Lebendigkeit und Bühnenbreite. Das ist Bestimmt kein Problem des Dipol Prinzips. Ich glaube ein deutlich besserer Mitteltöner würde die Modipo auf ein atemberaubendes Niveau bringen können. Was ich hier kritisch formuliere ist allerdings Meckern auf ganz ganz hohem Niveau! Ich habe beispielsweise keinen alternativen Mitteltöner, den ich empfehlen würde, da fehlt mir schlicht die Erfahrung für! Aber ich muß auch keine Eier legen können um zu wissen ob mir das Frühstücksei schmeckt.

Ich hoffe das mir die kritischen Annmerkungen nicht zu negativ geraten sind. Das würde der Modipo nämlich nicht gerecht werden! Sie ist ein sehr emfehlenswerter Lautsprecher, der Unglaubliches vollbringt und eben auch (eine) Schwäche hat. Wie sogut wie jeder Lautsprecher den ich kenne. Irgendwas ist immer. Meine Referenzlautsprecher von Fischer&Fischer (immerhin 14000€ Teuer) machen eben auch nicht alles Perfekt…

Die Modipo ist ja eigentlich, von ihren Abmaßen und ihrem Gewicht her, ein halbes Hemd! Wer eine kleine Box sucht, die einen riesengroßen Klangeindruck erzeugen kann, sollte sie auf jeden Fall mal anhören oder einfach nachbauen! Für mich hat sich das Warten auf die Modipo auf jeden Fall gelohnt. Glückwunsch an Alex, Rudolf und Franky.

Black-Devil fand:

Dipole sind ja immer so eine Sache. Dieser hier konnte aber voll überzeugen. Erstaunt war ich vor allem über den, für einen Dipol mit doch sehr überschaubaren Abmessungen, kräftigen Bass. Sogar ordentlich Druck wurde erzeugt, viele Dipole lassen ja oft körperlich spürbare Eindrücke vermissen. Die Mittel-Hochton-Sektion besteht – typisch Alex – aus eher günstigen aber guten Chassis und machte ebenfalls alles richtig. Das ist schon verdammt gut und erinnerte ein wenig an große Elektrostaten.