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Tricon DHE

25 Jahre – Eine sehr lange Zeit…

Genau so lange ist es her, dass Visaton einen besonderen Lautsprecher vorstellte. Die schmucke Tricon war mit 3 edlen Konus Chassis aus der damaligen Technology Line Serie bestückt. Kenner wissen wovon ich rede, kamen diese Chassis doch aus dem Hause des ehrwürdigen japanischen Herstellers Coral.

Die Firma Coral ist leider inzwischen ebenso Geschichte, wie die Tricon selbst. Schade eigentlich, denn die Fachpresse der 80er Jahre lobte das gute Stück in höchsten Tönen.

Der heutige DIY-Markt bietet, bis auf einige wenige Ausnahmen, keine brauchbaren Konus Hochtöner mehr an.  Außer den recht bekannten Konen TW6 und TW70 aus dem Hause Visaton, gesellen sich lediglich einige  hochpreisige und schwergewichtige Kaliber des französichen Herstellers Davis, sowie der gerade erschienene Phenolic Ring Tweeter aus dem Hause Dayton zu den zierlichen und eher unscheinbaren Haanern.

Die Tricon war jedenfalls ein in vielerlei Hinsicht interessanter Lautsprecher, dessen Konzept eine Reminiszenz verdient.

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25 Jahre – Zeit für eine neue Tricon…

Eine ganz andere Tricon natürlich. Mit anderen Chassis, einem anderen Gehäuseprinzip und deutlich preiswerter als die Ur-Tricon, welche Mitte der 80er Jahre incl. Gehäuse über 1000,- Deutsche Mark verschlang. Pro Stück versteht sich…

Die Tricon DHE wird ein Lautsprecher im unteren Preissegment werden. Dem Grundgedanken der damaligen Tricon folgend, wird die Bestückung aber ebenfalls aus 3 Konus Chassis bestehen.

Der Tieftöner ist ein alter Bekannter aus Haan, der bereits in sehr vielen Gehäuseprinzipien zur Anwendung gekommen ist. In der Tricon DHE wird dem BG20 eine TQWT auf den stählernen Korb geschneidert. Diese sorgt für einen sanft fallenden Frequenzverlauf unterhalb von ca. 100 Hz und wirkt somit dem für die meisten durchschnittlichen Abhörräume von 20-25qm typischen Roomgain entgegen.


Damit sich der BG20, der eigentlich ein Breitbandchassis ist, nur um den Bassbereich kümmern muss, übernimmt ab etwa 300 Hz ein weiteres Visaton Chassis. Der SC13 ist mit einer leichten Pappmembran ausgestattet, die zwar bei ca. 700 Hz eine kleine Störung aufweist, welche sich allerdings nur als kleine Senke im ansonsten ordentlichen Frequenzgang zeigt.

Die Töne ab 3000 Hz werden ebenfalls mit einem Konus Chassis wiedergegeben. Hier fiel die Wahl auf den bereits erwähnten TW70, ebenfalls aus dem Haaner Portfolio.

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Die Simulation des Achsenfrequenzganges lässt ein gutes Ergebnis erwarten. Da Boxsim keine TQWT simulieren kann, wurde hier ersatzweise ein sehr großes Bassreflexvolumen gewählt.

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Auch das Rundstrahlverhalten ist einwandfrei. Naturgemäß bündelt der TW70 im Hochtonbereich recht stark.

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Keine nennenswerten Sprungstellen im Bündelungsverhalten.

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Die Tricon DHE wirkt trotz ihrer Höhe von 110cm nicht klobig. Hier eine Ansicht des Lautsprechers während der ersten Messungen. Die rechte Seitenwand wurde zunächst mittels einiger Zwingen besfestigt, um noch mit der Bedämpfung experimentieren zu können.

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Da der TW70 mit seinem Ohrenkorb wohl eher keine Designpreise gewinnen wird, spendierte ich ihm einen Aluring, welcher ihm ein deutlich schöneres Antlitz verleiht.

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Der SC13 bekam im gleichen Zuge ebenfalls ein schickes Alukleidchen verpasst.

Wer genau hinsieht, wird feststellen, dass die Fase des TW70 Ringes schwarz ist, die des SC13 hingegen nicht. Das erklärt sich durch die Tatsache, dass die Ringe aus unterschiedlichen Quellen stammen. Ich habe mich noch nicht entschieden, ob ich die Fase beim SC13 schwärze, oder aber beim TW70 schleife, um auch hier den Kontrast herzustellen.

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Die  Messungen des Lautsprechers sind, gemessen am Aufwand für die Chassis, sehr gut. Sie stimmen aber nur bedingt  mit der Boxsim Simulation überein.

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Winkelmessungen 0 – 45 Grad

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Achsenfrequenzgang 0 Grad

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Achsenfrequenzgang 0 Grad incl. Nahfeldmessung (500Hz merge) ohne Port

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Dieses Simu-Ergebnis ergibt sich mit der endgültigen Weichenschaltung. Es weicht sehr stark vom gemessenen Frequenzgang ab. Offensichtlich hakt es mit der Boxsim-Datei des SC13 ein wenig.

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Die Frequenzweiche erfordert keine schaltungstechnischen Besonderheiten.

Weichenplan

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Die Lautsprecher klingen vollkommen unspektakulär und homogen. Obwohl ich blumige Umschreibungen eher nicht mag, hat die Wiedergabe etwas  „federleichtes“. Der Bass ist nicht ultratief, aber punchig und trocken. Durch die sanft abfallende Basswiedergabe kommt die Tricon DHE einer, in den meisten Hörräumen notwendigen, wandnahen Aufstellung entgegen. Genau für diesen Einsatz wurden die Lautsprecher entwickelt. Stimmen lösen sich sehr gut, die Räumlichkeit geht in die Tiefe und auch in der Breite wird eine sehr schöne Bühne aufgebaut. Auch die Ortbarkeit einzelner Instrumente und Stimmen meistert die Ticon DHE einwandfrei. Offenbar kommt dem Lautsprecher dabei das sehr gleichmäßige Bündelungsverhalten zugute.

Kurzum, ein Lautsprecher, der richtig Spaß macht.

 

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